Von der Antike bis ins Mittelalter war die Vorstellung verbreitet, dass Einhörner in Indien lebten. Diese Buchmalerei (um 1412) stammt aus einer französischen Handschrift zu Marco Polos Reisen. · Foto: akg-images
Noch im 19. Jahrhundert suchten Forscher und Fernreisende nach jenem ebenso seltenen wie gefährlichen Tier, das angeblich nur von einer Jungfrau gezähmt werden konnte und von dem sowohl antike Autoren als auch die Bibel berichtet hatten: dem Einhorn. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei das Horn selbst, dem eine heilende und antitoxische Wirkung zugeschrieben wurde.
Der Mist des Tieres bilde einen Haufen von 2 Fuß Höhe, und jeder Teil der Exkremente habe die Größe einer Melone. So hieß es in dem Brief des französischen Konsularagenten Fulgence Fresnel, der am 27. Oktober 1843 in der Akademie der Wissenschaften in Paris verlesen wurde. Fresnel, der seinen Dienst in Dschidda versah, war sich sicher: „Das Einhorn existiert in Afrika, so wie wir es uns nach der Heiligen Schrift vorstellen, und beinahe so, wie es uns Plinius beschrieben hat.“
Zwar habe er das Tier, das im Lande Borgu nahe des Nigers lebe, nicht selbst zu Gesicht bekommen, doch habe er volles Vertrauen in seine Informanten: „Während eines zwölfjährigen Aufenthalts in Afrika und Arabien habe ich mir wenigstens die Kenntnis der Menschen angeeignet, mit welchen ich täglich zu verkehren gezwungen bin. Ich habe im Allgemeinen und annähernd den Grad von Glaubwürdigkeit kennen gelernt, welchen die verschiedenen Rassen verdienen und welchen relativen Wert ihre Aussagen haben.“
Das Einhorn wird zunächst in Indien vermutet
Einhorn-Experten dürfte der Bericht seinerzeit insofern überrascht haben, als die letzte bedeutende „Sichtung“ ein halbes Jahrhundert zuvor an einem ganz anderen Ort erfolgt war. Ein lokaler Fürst in Bhutan hatte dem britischen Offizier Samuel Turner in entspannter Runde erzählt, dass er einst ein Tier besessen habe, das wie ein Pferd aussah, aber ein Horn auf der Stirn trug. Der Raja bot Turner sogar an, die Knochen des inzwischen verstorbenen Tieres, die er in einer anderen seiner Residenzen aufbewahre, zu untersuchen. Doch Turner, der gerade damit beschäftigt war, eine Tibet-Expedition vorzubereiten, schlug die Einladung aus.
Glaubt man den antiken Quellen, so lebte das Einhorn weder in Westafrika noch im Hochgebirge, sondern in dem Land, das antike Autoren als Heimat so mancherlei seltsamer Kreatur identifizierten: Indien. Den wirkmächtigsten Bericht lieferte um das Jahr 400 v. Chr. herum der griechische Arzt Ktesias. Ktesias diente, wahrscheinlich unfreiwillig, als Leibarzt am Hof des persischen Großkönigs.
Das Einhorn kann der Überlieferung zufolge nur von einer Jungfrau eingefangen und gezähmt werden. Darstellung aus der Wandteppichserie „Die Dame mit dem Einhorn“ (1484–1500; Musée de Cluny). · Foto: Bridgeman Images / Photo Josse
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Von dort aus reiste er zwar nicht selbst nach Indien, pflegte aber vermutlich Umgang mit Personen, die entweder von dort stammten oder zumindest schon einmal dorthin gereist waren. Sein gesammeltes Wissen über das ferne Land schrieb Ktesias schließlich in der „Indika“ nieder, die jedoch leider nur fragmentarisch erhalten ist.
Die überlieferten Bruchstücke des Textes von Ktesias mischen phantastische Elemente mit den Beschreibungen real existierender Tiere wie Papageien und Elefanten. Tradiert sind außerdem die Beschreibungen mehrerer gehörnter Tiere.
So gebe es in Indien „wilde Esel, die genau so groß sind oder sogar noch größer als Pferde. Ihre Körper sind weiß, ihre Köpfe dunkelrot, ihre Augen dunkelblau. Sie haben ein Horn von etwa anderthalb Fuß Länge auf der Stirn. Der Ansatz dieses Horns, der etwa zwei Handbreit über den Brauen liegt, ist reinweiß, der vordere Teil läuft in eine Spitze aus und ist von einem leuchtenden Purpurrot; der übrige Teil, das Mittelstück nämlich, ist schwarz. Wer aus einem dieser zu Trinkgefäßen verarbeiteten Hörner trinkt, leidet, wie es heißt, nicht mehr an Magenkrämpfen oder der heiligen Krankheit, Epilepsie. Er wird sogar immun gegenüber Giften … Diese Tiere sind außerordentlich schnell und kraftvoll; keine anderen, weder ein Pferd noch irgendeins sonst, kann sie deswegen einholen … Lebend lassen sie sich nicht einfangen.“
Ktesias’ Beschreibung enthält gleich mehrere Elemente, die jahrtausendelang über Einhörner tradiert werden sollten, etwa die Unmöglichkeit, ihrer habhaft zu werden, und die antitoxische Wirkung ihres Horns. Auch andere antike Gelehrte beschrieben das Tier und pflegten dabei durchaus den Anspruch, nicht nur zu unterhalten, sondern Wissen zu vermitteln. Plinius d. Ä. berichtete in seiner „Historia naturalis“ von einem „monoceros“, das in Indien bejagt werde. Das Tier ähnele „am Körper dem Pferd, am Kopf aber dem Hirsch, an den Beinen dem Elefanten, am Schwanz dem Eber. Es brüllt dumpf, und ein zwei Ellen langes schwarzes Horn ragt mitten auf der Stirn hervor. Lebend soll sich dieses Wild nicht fangen lassen.“
Abbildung eines „See-Einhorns“, gefangen im April 1736 in der Elbe bei Hamburg. Die Stoßzähne von Narwalen aus dem Nordatlantik wurden in Europa häufig als Einhornhörner gedeutet. · Foto: akg-images / historic-maps
Ausführlicher ist die Beschreibung bei Aelianus Claudius, der um 200 n. Chr. schrieb: „In diesen Gegenden, den innersten Indiens, soll auch das Einhorn leben und von ihnen Kartazonos genannt werden. Es habe die Größe eines ausgewachsenen Pferdes, der Hals und seine Wollhaare seien gelblich, die Füße ausgezeichnet, schnell und nicht gegliedert, gleich denen der Elefanten, der Schwanz gleich dem des Ebers. Zwischen den Augenbraunen habe es ein Horn, das nicht glatt sei, sondern einige Biegungen von Natur habe, schwarz von Farbe und sehr spitz sei. Seine Stimme sei die widerlichste und stärkste. Wenn andere Tiere sich ihm nähern, sei es gelassen, gegen seinesgleichen aber sehr streitsüchtig … Niemand aber erinnert sich, dass ein ausgewachsenes Tier dieser Gattung gefangen worden sei.“
„Eine reine Jungfrau bringe man in seine Nähe, und da springt es in ihren Schoß“
Ein neues Element hinzugefügt wurde den sich ähnelnden Beschreibungen schließlich im sogenannten „Physiologus“, einem anonymen Text, der ebenfalls um 200 herum in Alexandria entstand und der in späteren Jahrhunderten nicht nur im europäischen Raum stark rezipiert, sondern auch auf Syrisch, Koptisch, Arabisch und Äthiopisch übersetzt wurde: „Es ist ein kleines Tier, ähnlich einem Böckchen, und überaus mutig. Der Jäger vermag ihm nicht nahezukommen, weil es so stark ist. Ein Horn hat es mitten auf dem Kopf. Wie wird es nun gefangen? Eine reine Jungfrau bringe man in seine Nähe, und da springt es in ihren Schoß, und die Jungfrau zähmt das Tier und bringt es in den Palast zum König.“
Möglicherweise lehnte sich der Bericht des „Physiologus“ an eine Geschichte aus der indischen Mythologie an. Darin wird erzählt, dass ein Junge, der aus der Verbindung eines Menschen mit einer Gazelle hervorgegangen ist und der deshalb ein Horn auf der Stirn trägt und als Asket im Wald lebt, von einer schönen Frau an den Königshof gelockt wird, da er über die besondere Fähigkeit verfügt, dem von Dürre geplagten Land Regen zu bringen. Wie diese indische Geschichte allerdings ihren Weg in den „Physiologus“ gefunden haben könnte, kann nicht rekonstruiert werden.
Das gehörnte Fabelwesen wird zum christlichen Symbol
In jedem Fall inspirierte das vom „Physiologus“ überlieferte Motiv von der Jungfrau, die das Einhorn zähmt, die Theologen des Mittelalters, die in der Zähmung des Tieres durch die Jungfrau eine Allegorie der Menschwerdung Christi erkannten. Die Berichte vom Einhorn wurden damit zu einer Möglichkeit, den Menschen das Christentum zu erklären. Gleichzeitig fanden die Jungfrau und die Jagd auf das Einhorn Eingang in die Bildsprache der Jagd- und Liebeslyrik.
Illustration eines Einhorns aus Conrad Gessners „Historia Animalium“ (deutsche Erstausgabe „Allgemeines Thierbuch“ aus dem Jahr 1563; Zinkätzung mit späterer Kolorierung). · Foto: akg-images
Dieser Fiktionalisierung zum Trotz blieb der Glaube an die reale Existenz von Einhörnern und die Wirkkraft ihres Horns erhalten – auch wenn einzelne Autoren wie Albertus Magnus in ihren Formulierungen ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Einhorn und den ihm zugeschriebenen Eigenschaften zum Ausdruck brachten. Aber war nicht sogar in der Bibel von einem Einhorn die Rede?
Mehrfach wird im Alten Testament ein Tier erwähnt, das auf Althebräisch „re’em“ genannt wird. In den frühen griechischen Übersetzungen wurde dieses Wort teilweise mit „monokeros“ übersetzt, woraus in der Vulgata „unicornis“ wurde: Einhorn. Folglich übersetzte Martin Luther im 22. Psalm: „Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern.“ Tatsächlich herrscht bis heute keine Einigkeit, was für ein Tier mit dem althebräischen Begriff gemeint war. Moderne Bibelübersetzungen wählen als deutsche Entsprechung „wilde Stiere“ (Lutherbibel) oder „Büffel“ (Einheitsübersetzung).
Auch in arabischen Quellen blieb das Einhorn jahrhundertelang präsent. Im 11. Jahrhundert schrieb der persische Gelehrte al-Biruni von einem „karkaddan“, der nicht nur dem Wortlaut nach eine auffallende Ähnlichkeit mit Aelians „Kartazonus“ aufweist. Auch die großen Gelehrten al-Qazwini und al-Damiri schrieben von einhörnigen Tieren, wobei al-Damiri auch die mögliche Zähmung durch eine Jungfrau erwähnt.
Dort, wo der arabische und der europäische Kulturraum aufeinandertrafen – im Heiligen Land –, wurden Pilgern im späten 15. Jahrhundert mitunter sogar „Einhörner“ vorgeführt. Sowohl Bernhard von Breydenbach als auch Felix Fabri, welche ihre Pilgerfahrt in den Jahren 1483/84 zusammen unternahmen, berichten davon. Offenbleiben muss, ob der Reisegruppe Oryx-Antilopen oder Nashörner gezeigt wurden.
Dieses angebliche Einhornhorn („Ainkhürn“) schenkte der polnische König Sigismund II. August 1540 dem Habsburger Ferdinand I. Es wird heute in der Kaiserlichen Schatzkammer in Wien aufbewahrt. · Foto: Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Eine typische Perspektive aus der anbrechenden Frühen Neuzeit gibt der Zürcher Arzt Conrad Gessner in seiner 1563 publizierten „Historia Animalium“ wieder. In Kenntnis der antiken Berichte wundert er sich zwar, dass selbst in der Zeit des antiken Römischen Reiches nie ein Exemplar nach Europa gelangt sei, ausschließen möchte er die Existenz von Einhörnern jedoch nicht, schließlich sei die Welt groß: „Deswegen man nur den Landfahrern unnd weitgereysten Leuten hiervon Glauben geben muß / was sie sagen: Dann einmahl so ist das Thier auf Erden / sonst wären seine Hörner nicht vorhanden: Und läßt man es darbey bleiben / daß Indien / Arabien und Morenland sie erzeuge. Man saget auch daß es Wasser-Einhörner gebe / die sich im Wasser nähren“.
Stoßzähne von Narwalen werden als Einhornhörner gehandelt
Gessner bezieht sich hier auf verschiedene Sachverhalte. Auch im 16. Jahrhundert, in dem sich die bekannte Welt aus europäischer Perspektive rasant vergrößerte, erreichten weiterhin Berichte von Einhörnern Europa – etwa von Ludovico de Varthema, der als einer der ersten Europäer die heiligen Stätten in Mekka besuchte und berichtete, dass man dort zwei Einhörner hielt, oder vom Portugiesen Garcia da Orta, der 1534 nach Indien ausgewandert war und schrieb, dass ihm von Einhörnern erzählt worden sei. Zudem wurden in vielen europäischen Schatz- und Wunderkammern Gegenstände aufbewahrt, die als Hörner von Einhörnern identifiziert wurden. Gleichwohl liefert Gessner den Hinweis bereits mit, um was es sich dabei tatsächlich handelte.
Trotz einer langen europäischen Walfangtradition wusste die gelehrte Welt lange nur sehr wenig über die Meeressäuger. Das hieß jedoch nicht, dass Gessner und vor ihm unter anderem Albertus Magnus nicht schon einmal von der Existenz eines unicornu marinum gehört hätten. Als der englische Seefahrer William Baffin zwischen 1615 und 1617 auf der Suche nach der Nordwestpassage die Küsten Grönlands und Kanadas erkundete und kartographierte, sah er von seinem Schiff aus eine Gruppe Narwale, die er sofort als „Sea Unicorns“ identifizierte. Und Baffin hatte einen Verdacht. Er wusste, dass auf den Märkten Islands mit Hörnern gehandelt wurde, die für viel Geld nach Europa verkauft wurden. Waren die Einhornhörner in den europäischen Schatzkammern vielleicht die Hörner dieser Kreatur?
Bedauerlicherweise wurde Baffin bereits wenige Jahre später bei einem Seegefecht im Persischen Golf tödlich verwundet. Seine Tagebücher wurden nur teilweise postum veröffentlicht und fanden zudem kaum Leser. Deshalb startete Professor Caspar Bartholin d. Ä. von der Universität in Kopenhagen wieder von vorn, als er in den 1620ern damit begann, sich für Einhörner zu interessieren.
Dem Pulver aus dem gemahlenen Horn eines Einhorns (hier in einer Spanschachtel aus dem 18./frühen 19. Jahrhundert) wurden magische Kräfte nachgesagt. Es galt lange als besonders wertvoll. · Foto: picture alliance / dpa / Daniel Karmann
1628 veröffentlichte er seine gesammelten Erkenntnisse in einem Traktat, in dem er die These aufstellte, dass es sich bei den bekannten Einhornhörnern möglicherweise um Teile von Meeresbewohnern handeln könnte. Immerhin waren es verdächtig häufig Kaufleute mit Kontakten nach Island, welche die Hörner auf dem europäischen Markt anboten.
Bartholin starb nur ein Jahr nach der Publikation seiner These, doch nicht umsonst war er Teil einer Gelehrtendynastie, die über Jahrzehnte hinweg die Lehrstühle in Kopenhagen besetzte und Eheverbindungen mit anderen Gelehrtenfamilien pflegte. So war es dann sein Schwager Ole Worm, der seine Studien zu Einhörnern fortsetzte – auch weil der dänische Kanzler Christian Friis, der selbst für teures Geld ein Einhornhorn gekauft hatte, ihn darum gebeten hatte.
Worm ließ sich Zeit – und holte sich Hilfe vom Bischof von Hólar auf Island, um die These seines Schwagers zu überprüfen. Der schickte ihm eine genaue Beschreibung eines Narwals sowie den Schädel eines Tieres, bei dem allerdings der lange Stoßzahn fehlte. Doch Worm reichte vorerst der Schädel. Er fügte diesen mit dem Horn des Kanzlers zusammen und stellte fest: Das passt.
Die Heilkraft des Horns wird allmählich widerlegt
Damit blieb nur noch die Frage nach der vermeintlichen Heilkraft des Horns des Nicht-Einhorns, sondern Narwals offen. Mithilfe des Apothekers Johann Woldering vergiftete Worm 15 Tauben mit Arsen und gab ihnen anschließend einige Krümel Narwalstoßzahn zu fressen. Sämtliche Tauben starben, wie auch die beiden Katzen, mit denen der Forscher sein Experiment wiederholte. Aber noch war sich Worm nicht sicher. Vielleicht hatte er einfach die Dosis falsch gewählt.
Ole Worm (1588–1654), der dänische Antiquar und Leibarzt König Christians IV., untersuchte die Echtheit und die angeblichen Heilkräfte von Einhornhörnern. · Foto: akg-images / Middle Temple Library / SCIENCE PHOTO LIBRARY
Fortgesetzt wurden seine Studien dann wiederum von seinem Neffen Thomas Bartholin. Der machte sich erst einmal in halb Europa unbeliebt, indem er, wo er auch hinkam, die dortigen Einhornhörner als Narwalstoßzähne identifizierte. Ob in St. Denis, Venedig, Brügge oder Danzig: Kein seit Jahrhunderten bewundertes Einhornhorn war vor ihm sicher. Andererseits erhielt Bartholin wiederholt Berichte von Kollegen, die die Heilkraft des Narwalstoßzahns bestätigten. Und auch seine eigenen Experimente blieben trotz zahlreicher tierischer Todesfälle in seinen eigenen Augen uneindeutig.
Wenngleich Bartholin selbst unsicher blieb, stieg die Zahl der Skeptiker mit dem Fortschritt der Wissenschaften immer weiter an. Zwar blieb Einhornpulver noch sehr lange im Handel erhältlich – zum Teil wurde sogar zwischen „echtem“ und „unechtem“ Einhornpulver unterschieden. Doch mit den immer lauter werdenden Zweifeln an seiner Wirksamkeit sanken Status und Preis des einst teuer gehandelten Wundermittels, zumal sich die Erkenntnis durchzusetzen begann, dass in einer zusehends globalisierten Welt vermutlich nirgends mehr „Landeinhörner“ entdeckt werden würden – spektakulären Funden wie dem 1680 in einer Kalkgrube entdeckten „Quedlinburger Einhorn“ zum Trotz. Bei diesem handelte es sich indes um nichts weiter als eine phantasievolle Zusammensetzung von Knochen ganz unterschiedlicher Tiere.
Dem Einhorn-Hype tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil hielt das Einhorn mit all den ihm zugeschriebenen Eigenschaften immer weiter und bis in die Gegenwart Einzug in Bücher, Comics, Filme und esoterische Praktiken. Ferner leistet es fleißig seinen Dienst als Marketing-Vehikel unzähliger Produkte von Frühstückscerealien und Schokolade über Hausschuhe bis hin zu Kondomen und Toilettenpapier.
Geschichte zum Hören
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Felix Melching
studierte Mittelalterliche Geschichte in Berlin. Er ist freier Historiker und einer der beiden Moderatoren des DAMALS-Podcasts.
Literatur
Bernd Roling/Julia Weitbrecht, Das Einhorn. Geschichte einer Faszination. München 2023.
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