Dr. Sebastian Rojek
Die Unternehmerin Maria Clementine Martin (1775–1843) ist heutzutage wahrscheinlich weniger bekannt als das von ihr vertriebene Produkt Klosterfrau Melissengeist. Die beiden Historiker und Journalisten Martin Oehlen und Petra Pluwatsch schildern in ihrem sehr ansprechend gestalteten, wunderbar illustrierten und mit einem schönen Lesezeichen ausgestatteten Buch anlässlich des 200. Jahrestags der Firmengründung die Geschichte von Gründerin, Produkt und Unternehmen.
Sie erzählen, wie die junge Frau in den Orden der Annuntiatinnen eintrat und mehrere Jahrzehnte als Nonne wirkte. Im Zuge der Säkularisierung mussten sie und ihre Schwestern allerdings ihr Kloster räumen. Als Heilkundige pflegte Martin Verwundete nach der Schlacht von Waterloo und zog 1825 schließlich nach Köln, wo sie am Fuße des Doms ihr Unternehmen gründete. Dessen Geschicke sowie die wechselnden Kontexte, in denen sich die Firma bewähren musste, stellen Oehlen und Pluwatsch in angenehmer Prosa dar.
Wer sich für weibliche Unternehmerschaft interessiert, wissen will, welche Geschichte sich hinter der bekannten Marke verbirgt, oder auch nur Gäste mit einem schönen Buch im Regal beeindrucken möchte, das auch zum Blättern einlädt, für den ist das Werk sehr zu empfehlen.
Martin Oehlen/Petra Pluwatsch, Klosterfrau. Eine Nonne erobert die Welt. Greven Verlag, Köln 2026, 200 Seiten, € 40,–.





