Dr. Sebastian Rojek
Die Autorin Gisela Graichen und der Archäologe Matthias Wemhoff erzählen in ihrem Buch von dem berüchtigten Mongolenherrscher des 12. und 13. Jahrhunderts: Dschingis Khan. Anhand zeitgenössischer Schriften und archäologischer Spuren berichten sie von dem unwahrscheinlichen Aufstieg des Reiterkriegers, dem es gegen alle Widerstände gelang, die Nomadenstämme Zentralasiens zu vereinen. Ausgehend von dieser Machtstellung begründete er ein riesiges Reich, das vom Pazifik bis zum Kaspischen Meer reichte und unter seinen Nachkommen für ungefähr zwei Jahrhunderte Bestand hatte.
Die Welt des Khans war von Gegensätzen geprägt: Einerseits zogen der Mongolenfürst und seine Krieger mordend, plündernd, folternd und vergewaltigend durch die Welt, andererseits herrschte im Inneren des Reiches Frieden, relative religiöse Toleranz und ein Bemühen um Kultur. Der Fürst war also nicht nur ein analphabetischer Serienvergewaltiger (noch heute stamme – so die Genforschung – ungefähr jeder 200. Mann von Dschingis Khan ab), sondern auch ein Förderer von Kunst, Kultur, Rechtswesen und Schrift. Kurzum, das gut lesbare Buch ist für alle geeignet, die sich einen ersten Überblick über Dschingis Khan und sein Reich verschaffen möchten.
Gisela Graichen/Matthias Wemhoff, Dschingis Khan. Der Fürst des Unermesslichen. Propyläen Verlag, Berlin 2026, 288 Seiten, € 22,–.





