Eigentlich müsste das Museum seinen Sitz in Künzelsau und nicht in Schwäbisch Hall haben, wurde doch dort 1847 der Grundstock der heutigen Sammlung gelegt, als geschichtsbegeisterte Bürger den „Historischen Verein für Württembergisch Franken“ gründeten. Erst 1872 erfolgte der Umzug. Anfang der 1930er Jahre wurde der sogenannte Keckenturm zum festen Sitz des „Fränkischen Heimatmuseums“ (so der damalige Name).
Der Turm staufischen Ursprungs stammt in seinen Grundzügen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert hatte er der Patrizierfamilie von Keck als repräsentativer Wohnturm gedient, die ihm so dauerhaft ihren Namen verlieh. Das Gebäude wurde selbst zum zentralen Ausstellungsobjekt. Nachdem Stadt und Verein sich auf die gemeinsame Trägerschaft verständigt hatten, öffnete 1988 das „Hällisch-Fränkische Museum“ nach längeren Umbauten seine Türen für Besucher.

Die Schützenscheibe von 1829 zeigt eine über der Stadt schwebende Allegorie der Fortuna. · Foto: Wikimedia Commons / Foto: Roman Eisele
Mit dem Erwerb der an den Turm angrenzenden Stadtmühle aus dem 19. Jahrhundert und ihrem museumsgerechten Umbau gelang es schließlich, die Ausstellungsfläche auf den heutigen Umfang von über 3000 Quadratmetern zu vergrößern.
Der Rundgang durch die verwinkelten Raumfluchten erlaubt es, sich mit der Geschichte von Stadt und Region von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Nachkriegszeit zu beschäftigen. Wie ausgestellte Werkzeugfunde belegen, siedelten bereits in der Jungsteinzeit Jäger auf den Höhenzügen des Kochertals. Eine keltische Saline ist für die Zeit vom 5. bis zum
1. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar, und auch die Römer hinterließen im Haller Umland ihre Spuren.

Die „Schlafenden Knäbchen“ sind zwei der kunstvollen Kleinplastiken aus der Hand des Bildhauers Leonhard Kern, der von 1620 bis zu seinem Tod 1662 in Schwäbisch Hall lebte und arbeitete. · Foto: Hällisch-Fränkisches Museum / Foto: Jürgen Weller







