Dass in der Deklaration eine Hälfte der Bevölkerung ausgeschlossen blieb, wollte Olympe de Gouges nicht akzeptieren. Für die als Marie Gouze 1748 geborene Tochter eines Handwerkers, die zur Schriftstellerin aufstieg, waren Menschen- und Frauenrechte ein zentrales Thema ihres literarischen Wirkens. Sie erhob ihre Stimme gegen Sklaverei ebenso wie gegen die Unterdrückung und Ungleichbehandlung von Frauen: „Die Frau ist frei geboren und dem Mann an Rechten gleich“, schreibt sie in Analogie zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in ihrer „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“, die sie am 5. September 1791 publizierte.
Starker Tobak für eine von Männern dominierte Gesellschaft, die ohnehin irritiert war, dass eine Frau sich zu politischen Themen äußerte. Doch nicht allein ihr Eintreten für die Frauenrechte wurde ihr zum Verhängnis, sondern auch ihre Ablehnung der Jakobiner, namentlich Maximilien Robespierres. 1793 wurde sie verhaftet und als vermeintliche Verfechterin der Monarchie durch die Guillotine hingerichtet.
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