Als sich an jenem Abend das Hauptbeben ereignete, lagen die Bewohner der Stadt keineswegs arglos schlafend in ihren Betten. Aufgeschreckt durch die Erdstöße am Nachmittag waren viele von ihnen bereits vor die Stadttore auf freies Gelände geflüchtet. Das Beben war nun so stark, dass nicht nur das Basler Münster und andere Kirchen, sondern auch Steinhäuser und die Stadtmauer einstürzten. Viele Menschen, die sich erst jetzt in Sicherheit bringen wollten, wurden von herabfallenden Trümmern erschlagen. Dachstühle, Balken von Fachwerkhäusern und Holzbauten gerieten an vielen Stellen in Brand. Trümmer stauten den Fluss Birsig auf und sorgten für eine Überschwemmung. Über die genaue Zahl der Opfer treffen die Zeitgenossen unterschiedliche Aussagen, die einen sprechen von etwa 100, die anderen von bis zu 2000 Toten. Gleichwohl begann man zügig mit dem Wiederaufbau der zerstörten Stadt, der bis etwa 1370 abgeschlossen war.
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettF 16: 1, p. 288 – Silbereisen: Chronicon Helvetiae, Part I





