Doch Gnaeus Pompeius, der in den 50er Jahren mächtigste Mann Roms, ließ sich nichts verbieten. Er baute ein mächtiges Theater für rund 17 000 Zuschauer auf seinem privaten Grund auf dem Marsfeld. Dabei deklarierte er die Konstruktion kurzerhand als Stufenvorbau für den Venus-Tempel, der sich am oberen Rand des Halbkreises erhob – eine Finte, die schon damals nicht verfing. Aber niemand wagte es, das somit zum Heiligtum geweihte Projekt zu verhindern.
Für die Einweihungsfeier im Herbst des Jahres 55 v. Chr. bot Pompeius Hunderte von Löwen und Panthern auf, ein Nashorn und Elefanten. Dies schien ihm gerade angemessen für den grandiosen Komplex, zu dem auch ein Versammlungsraum für den Senat gehörte sowie Säulengänge, die seine Siege verherrlichten.
Ebendort sollte zehn Jahre später Caesar vor einer Statue seines Erzfeindes Pompeius niedergestochen werden. Die Statue ließ Augustus entfernen, auch das Theater ist heute verschwunden. Doch wie ein Negativabdruck bewahren die modernen Häuser, die in das antike Theaterhalbrund eingebaut wurden, seine Form bis heute.
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