Zu den herausragenden Exponaten zählt unter anderem die rund 3000 Jahre alte Statue des Pharaos Thutmosis I. „Diese wundervolle Statue zählt zu den kostbarsten Objekten der Ausstellung“, begeistert sich Kurator Wolfgang Leitmeyer. „Die Leistung der unbekannten Bildhauer, die mit einfachen Bronze- und Steinwerkzeugen den harten Diorit bearbeitet haben, ist beeindruckend. Sie haben das ideale Bildnis eines Menschen geschaffen, dessen Wesen zugleich der Sphäre des Göttlichen angehört.“ Spektakulär präsentieren sich auch die Särge des altägyptischen Schreibers Butehamun oder der nahezu vollständig erhaltene Fundkomplex aus dem Grab des Minhotep. Die kunstvollen Grabbeigaben darin zeugen von den meisterhaften Werkstätten in der altägyptischen Stadt Assiut.
Neben imposanten Skulpturen zeigt die Schau großartige Reliefe und beeindruckende Mumien ebenso wie einfache Gebrauchsgegenstände, die mehr als 3000 Jahre nahezu unversehrt überstanden haben. Einzigartig in der Ausstellung ist die Gegenüberstellung von wertvollen Funden des Turiner Museums aus früheren Grabungen im ägyptischen Assiut und den aktuellen Grabungsergebnissen aus der gleichen Felsnekropole. Das Historische Museum der Pfalz präsentiert den neuesten Stand der Forschung, die auf einer internationalen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Sohag in Ägypten sowie der Johannes Gutenberg-Universität und der Freien Universität Berlin basieren. Darüber hinaus gibt die Ausstellung Einblick in die vielfältige Geschichte der Ägyptologie mit ihren großartigen Entdeckungen und kulturgeschichtlichen Erkenntnissen: Zwischen 1799 und 1803 hatten französische Wissenschaftler während der napoleonischen Kriegsexpeditionen eine erste umfangreiche Bestandsaufnahme der ägyptischen Denkmäler geleistet. Dieberühmteste Sammlung altägyptischer Zeugnisse brachte 1824 Bernardino Drovetti mit mehr als 5.250 Exponaten, darunter 100 Statuen und 170 Papyri, nach Turin. Seitdem ist der Bestand stetig gewachsen.
Parallel zur kulturhistorischen Ausstellung zeigt das Junge Museum Speyer eine Erlebnisausstellung, die sich direkt an die jungen Besucherinnen und Besucher richtet. Originale aus dem Ägyptischen Museum Turin, aufwändige Rekonstruktionen und der Einsatz von interaktiven Medien schaffen eine eigene Erlebniswelt und ein intensives Lernvergnügen.
Im Rahmen der Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken“ bietet das Historische Museum der Pfalz ein abwechslungsreiches Begleitprogramm an mit einer wissenschaftlichen Vortragsreihe, Workshops für Lehrerinnen und Lehrer sowie einem Märchenabend für Erwachsene.





