“Gene werden als chemische Verbindung aufgefasst”, erläuterte Patentamts-Sprecher Rainer Osterwalder. Somit könnten sie patentrechtlich geschützt werden. Ein Patent sei jedoch keine Betriebserlaubnis, die Umsetzung unterliege den jeweiligen Gesetzen der Länder. Christoph Then, Gen-Experte bei Greenpeace, sagte hingegen: “Die Gene von Pflanzen, Tieren und Menschen sind keine Erfindungen der Industrie, sondern unveräußerliches Allgemeingut.”
Die Vergabe der Patente behindert laut Then die Forschung. Der Fall Myriad zeige, wie unsinnig Patente auf Gene seien. Das an Myriad erteilte Krebsgen-Patent (EP 0705 903) schließe auch die Rechte zur Verwendung des Gens für die Arzneimittel-Herstellung ein. Obwohl Myriad lediglich Diagnose-Verfahren für Brustkrebs entwickelt habe, gelte das Patent auch für andere Funktionen des Gens. BRCA 1 soll auch bei Krebserkrankungen von Prostata und Dickdarm eine Rolle spielen.
Das EPA hat Then zufolge zwischen 1990 und Ende April 2001 mehr als 6.700 Patent-Anmeldungen auf Gene von Menschen und Tieren erhalten und 861 davon vergeben.





