Um zu wissen, wo sie ihren Spaten in den endlosen Wüstensand Ägyptens stechen soll, nutzt die Archäologin Sarah Parcak Geräte, die einige Hundert Kilometer über ihr kreisen: Satelliten. Die US-Amerikanerin gehört zu den Pionieren der sogenannten Weltraumarchäologie. Bei diesem Teilbereich der Luftbildarchäologie durchforsten Forscher Satellitenaufnahmen und suchen nach Erhebungen in der Landschaft oder unregelmäßigem Bewuchs. Beides sind deutliche Hinweise: Hier könnten alte Stätten in der Erde schlummern. Aus der Vogelperspektive des Alls lassen sich große Flächen absuchen und so auch monumentale Bodendenkmäler finden. Außerdem spart die Technik Zeit und Geld. Sarah Parcak entdeckte dank der Aufnahmen innerhalb eines Monats an 70 verschiedenen Stellen in Ägypten Reste von Pyramiden, Tempeln, Gräbern und Siedlungen, darunter möglicherweise die rund 3900 Jahre alte verschollene Residenzstadt Itji-taui. Die Technik hilft vor allem in schwer zugänglichen Gebieten. So machte es der Bürgerkrieg in Syrien dem Archäologen Jason Ur unmöglich, weiter dort zu graben. Er stöberte kurzerhand in der Pixelflut der NASA-Bilder – und wurde fündig. Mithilfe von Multispektralkameras fand er heraus, welche Gebiete einst besiedelt waren. Neben vielen prähistorischen Stätten deckte er ein ausgedehntes Straßennetz auf.





