Eine Auswertung der Anzahl von Elefantenknochen im Zusammenhang mit Spuren des Homo erectus an der Fundstelle Gesher Benot Ya’aqov legt nahe, dass etwa 60 Prozent der tierischen Kost der Urmenschen aus Elefantenfleisch bestand. Die dortigen Funde werden auf ein Alter von etwa 800.000 Jahren datiert. Die Dickhäuter waren vermutlich eine vergleichsweise einfache Beute, sagen die Forscher. Warum die Elefanten im Nahen Osten ausstarben bleibt unklar, die Jagd könnte aber durchaus ein Faktor für ihr Verschwinden gewesen sein. Der Verlust dieser ergiebigen Nahrungsquelle muss für Homo erectus ein schwerwiegendes Problem gewesen sein, sind Ran Barkai und seine Kollegen überzeugt. Um sich weiterhin mit tierischer Kost versorgen zu können, mussten die Frühmenschen sich nun auf die anspruchsvollere Jagd kleinerer und schnellerer Tiere umstellen.
Die dementsprechenden Anpassungen spiegeln sich in Funden aus der Qesem Höhle in Israel wider, glauben die Archäologen. Die dortigen Fossilien sind 400.000 bis 200.000 Jahre alt ? Elefantenknochen gibt es hier nicht mehr, dafür aber Spuren von höher entwickelten Menschenformen. Indiz dafür sind acht Zähne, deren eindeutige Zuordnung noch umstritten ist. Sie stammen aber vermutlich zumindest von einer höher entwickelten Menschenform als Homo erectus. Die Zähne wurden im Zusammenhang mit feinen Steinklingen gefunden und es gibt auch Hinweise auf höher entwickelte Sozialstrukturen und den regelmäßigen Gebrauch von Feuer. Den Forschern zufolge gibt es also einen Zusammenhang zwischen dem Entwicklungssprung und dem Fehlen der Elefantenknochen: Aus Elefanten-Tötern waren clevere Jagdstrategen geworden, glauben Ran Barkai und seine Kollegen.





