Deutschlands führender Saurier-Experte, Prof. Peter Wellnhofer, hat die Versteigerung eines unersetzlichen Fossils in Amerika bedauert. Dabei handelt es sich um Icarosaurus siefkeri. Der Abdruck des flugfähigen Wirbeltieres war 1961 von Alfred Siefker ausgegraben worden, der es dann dem New Yorker Museum für Naturgeschichte als Leihgabe zur Verfügung stellte. Jetzt bat Siefker das Auktionshaus Butterfields in San Francisco, die Versteinerung unter den Hammer zu bringen. Den Zuschlag bekam ein privater Sammler für 167 500 Dollar. „Das ist sehr schade”, meint Wellnhofer, „denn dadurch wird das Objekt der Wissenschaft entzogen.” Der Münchner Paläontologe befürchtet zwar nicht, daß das Beispiel Schule machen wird, dennoch bedeutet die Versteigerung einen herben Verlust für die Forschung. Denn das 200 Millionen Jahre alte Fossil ist ein frühes Beispiel dafür, wie Wirbeltiere flugfähig wurden. Icarosaurus siefkeri war ein sogenannter Rippengleiter – das heißt, seine „Flügel” entstanden aus der Verlängerung der Rippen. Das 18 Zentimeter lange Tier ist mit der noch heute lebenden Flugeidechse Drako vergleichbar. Auch sie kann nicht richtig fliegen, sondern nur von Erhöhungen zu Boden gleiten.
Hans Groth





