In der stark belasteten Rheintalregion war die Zwillingsrate mit 5,3 Prozent deutlich höher als in den beiden Vergleichregionen, wo lediglich 1,6 und 2,3 Prozent der Frauen Zwillinge zur Welt gebracht hatten. Die Forscher bezogen in ihre Untersuchungen auch mit ein, ob die Frauen sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen hatten, da diese Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt erhöhen kann.
Zwischen Umweltbelastung und der Geburtenrate von Zwillingen könnte ein Zusammenhang bestehen, schließen Obi-Osius und ihre Kollegen aus diesen Ergebnissen. Worin ein solcher Effekt bestehen könnte, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Frühere Studien waren zum Teil zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: So ergab eine schottische Erhebung aus den frühen 80er Jahren, dass Frauen aus der Umgebung von zwei Sondermüll-Verbrennungsanlagen häufiger Zwillinge bekamen. Belgische Forscher fanden heraus, dass unter der Bevölkerung in der Nähe von Verbrennungsanlagen für Hausmüll die Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsgeburten um das 2,6-fache erhöht war. Eine Studie aus Schweden konnte dagegen in der Umgegend von 14 Müllverbrennungsanlagen keine allgemeine Erhöhung der Zwillingsrate feststellen.





