Vor allem Lehrer der Naturwissenschaften betrachten es nicht als ihre Aufgabe, eine solche ethische Diskussion in ihren Unterricht einzubauen. Der Stoff sei ohnehin komplex, daher sollten diese Stunden “frei von Werten” bleiben, so die übliche Meinung. Lehrer der übrigen Fächer dagegen fanden, dass die Wissenschaftsethik in ihrem Fach eher nebensächlich sei.
Schulabgänger sind völlig unvorbereitet auf ethische Fragen, die der Fortschritt der Wissenschaft aufwirft, warnt die Universität London in einem Untersuchungsbericht. Zwar hätten die Schüler durchaus eine Meinung zu Themen wie Tierversuchen oder dem Klonen, aber sie sei oft oberflächlich und ohne fundierten wissenschaftlichen Hintergrund. Zudem mangele es den Schülern im allgemeinen an Interesse für das Zeitgeschehen.
60 Prozent der befragten Lehrer bestätigten, dass in der Schule die Ethik hinter der Wissenschaft zu wenig behandelt würde. Am ehesten im Unterricht diskutiert wurden Aids, Gentechnik und Essstörungen. Brisante Themen wie Gewebetransplantation vom Tier auf den Menschen oder Depressionen blieben dagegen unbeachtet.
Susanne Donner





