Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will mit dem “Jahr der Lebenswissenschaften” eine öffentliche Debatte über die Bio- und Gentechnologie anstoßen. Sie wolle dabei Mut machen, die Chancen der Humangenomforschung zu nutzen. Bei der Bekämpfung vieler Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, Alzheimer oder Aids könne hier ein wissenschaftlicher Durchbruch gelingen, sagte Bulmahn am Donnerstag im Südwestrundfunk. Die Ministerin: “Ich sehe die Hoffnung der Menschen, ich sehe aber auch die Befürchtung. Beides nehme ich ernst.”
Bulmahn verteidigte dabei die abwägende Position von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegen die Kritik der CDU-Chefin Angela Merkel, die der Bundesregierung das Fehlen eines “klaren Wertegerüstes” vorgeworfen hatte. Es müssten Entscheidungen über die unterschiedlichen Wege getroffen werden können “um die Risiken und Befürchtungen der Lebenswissenschaften zu minimieren und auch zu einer sinnvollen und richtigen Nutzung der Forschung zu kommen”, sagte Bulmahn. Deshalb ziehe sie die Forschung mit adulten Stammzellen der Forschung mit embryonalen Stammzellen vor. Das Embryonen-Schutzgesetz sei in seiner jetzigen Form eine gute Grundlage, da es zum Beispiel das in Großbritannien erlaubte therapeutische Klonen in Deutschland verbiete, sagte Bulmahn.
Die Ministerin wollte am Donnerstagabend in Berlin das “Jahr der Lebenswissenschaften” eröffnen. Darin sollen eine Fülle von bundesweiten Veranstaltungen auf Chancen und Risiken der Bio- und Gentechnik aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr hatte es mit dem “Jahr der Physik” eine ähnliche Veranstaltungsserie gegeben.
dpa





