Die vielseitigen Hinterlassenschaften – Werkzeuge aus Knochen und Stein, Schmuck und Waffen – bieten einen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Zu den außergewöhnlichen Funden gehören das Fabelwesen von Hagnau, aber auch Jahrtausende alte Speisereste. Ebenso Kleidungsreste mit Fransen und Borten, sowie Hüte und Sandalen aus Lindenbast, deren äußerst gute Erhaltung auf die sauerstofffreie Lagerung in Seen und Mooren zurückzuführen ist. Das Erbe umfasst aber auch immaterielle Dinge, darunter Fähigkeiten, Erfindungen und Wissen, das seinen Ursprung in diesen frühen Epochen hatte.
Nur einen Steinwurf vom Pfahlbaumuseum entfernt befindet sich die bronzezeitliche Siedlung Unteruhldingen-Stollenwiesen, die ein besonders gutes Beispiel dafür ist, dass die prähistorischen Pfahlbauten zu Recht unter den Schutz des Weltkulturerbes gestellt wurden. In der Ausstellung geben Originalpfähle einen Eindruck, was sich von den Häusern tatsächlich erhalten hat, zugleich zeigt der Zustand der Bauhölzer, welchen Gefahren dieser Fundort – wie viele andere – durch die zunehmende Erosion am Bodensee ausgesetzt ist. Partner bei diesem Projekt sind das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen und die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, die spektakuläre Ausgrabungsfunde zur Verfügung stellten. Das Landesamt für Denkmalpflege zeigt im Foyer des Pfahlbaumuseums seine aktuelle Ausstellung „Das neue archäologische UNESCO-Welterbe in Baden-Württemberg“, die kostenfrei zu besichtigen ist.
Die Sonderausstellung sowie das Gelände des Freilichtmuseums sind barrierefrei gestaltet. Für Gruppen empfiehlt sich eine telefonische Voranmeldung um Wartezeiten zu vermeiden.





