„Ich muss Ihnen offen sagen, dass ich mit Staunen gelesen habe, dass Sie 8 Stunden im Tage in einem Bureau sitzen müssen”, schrieb Jakob Laub 1908 an seinen Freund Albert Einstein – ein „ Treppenwitz in der Geschichte”. Einstein, der sich – wie er sagte – als „ehrwürdiger eidgenössischer Tintenscheißer” seinen Lebensunterhalt verdienen musste, hatte drei Jahre zuvor die Physik revolutioniert. Das Jahrhundertgenie im Berner Patentamt! Doch spätestens 1919, nach der ersten Bestätigung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, war er ein Star.
Wie es dazu kam und wie es weiterging, darüber berichtet Thomas Bührke in seinem neuen Buch. Der promovierte Astronom, Wissenschaftsjournalist und häufige bdw-Autor hat den Menschen Einstein mit seinen vielen Stärken, aber auch Schwächen kenntnisreich porträtiert. Leben und Werk kommen gleichermaßen zur Sprache. Das Buch, das nicht mit Zitaten und spannenden Details spart, ist Einsteigern genauso zu empfehlen wie Experten. Denn Bührke beschreibt auch die neuesten Erkenntnisse und die weiteren wissenschaftlichen Entwicklungen.
Der aktuellen, leicht verständlichen und mit viel Bildmaterial versehenen prägnanten Darstellung wird wohl ein ganzer Reigen an Einstein-Büchern folgen. Denn nächstes Jahr gibt es gleich zwei Jubiläen, die den gleichermaßen kauzigen wie genialen Physiker ins populäre Rampenlicht rücken werden: sein 50. Todestag sowie 100 Jahre Relativitätstheorie. Rüdiger Vaas
Thomas Bührke ALBERT EINSTEIN dtv, München 2004 191 S., € 10,– ISBN 3-423-31074-x





