von DAVID NEUHÄUSER
Es wird von unmenschlichen Bedingungen berichtet, denen die Sklaven in den Plantagen im vormaligen Sumpfland nahe Basra ausgesetzt waren. Daher gab es immer wieder Aufstände, die aber schnell niedergeschlagen wurden. Erst im Jahr 869 begann eine Rebellion, die sich über Jahre hinzog und für die Sklaven eine Zeitlang erfolgreich verlief. Der mittelalterliche Gelehrte al-Ṭabarī (839–923), ein Zeuge des Aufstands, beschreibt eindrückliche Szenen wie diese: Durch das Bellen eines Hundes alarmiert, schickt der Anführer der Rebellen einen seiner Männer los, um nachzusehen. Er entdeckt einen Boten, der ihm von einem bevorstehenden Angriff der Regierungstruppen berichtet. Die Rebellen legen daraufhin einen Hinterhalt und verstecken sich zwischen den Palmen am Ufer des großen Kanals Nāhr Bayān. Als die Boote der Feinde herangekommen sind, greifen sie unvermittelt an und besiegen die Regierungstruppen. Die Schlacht ist damit aber noch nicht gewonnen, denn weitere Regierungstruppen rücken an den Ufern des Kanals vor. Eine Reihe von Angriffen und Gegenangriffen folgt. Schließlich fliehen die Angreifer – bis auf jene, die im Schlamm stecken bleiben, denn noch ist die Flut nicht gekommen…





