von DAVID NEUHÄUSER
Als Hades, der Gott der Unterwelt, mit Erlaubnis seines Bruders Zeus die junge Persephone entführte und sie zu seiner Frau machte, war ihre Mutter, die Göttin Demeter voller Trauer und Wut. Sie nahm ihren Abschied von den unsterblichen Göttern, wandelte in Gestalt einer Sterblichen auf Erden und verweigerte den Böden ihre Fruchtbarkeit. Eine Hungersnot brach aus und bald war es den Menschen nicht mehr möglich, den Göttern Opfer darzubringen. Zeus versuchte, Demeter zu beschwichtigen, aber alle Versuche waren vergebens. Schließlich beauftragte er den Götterboten Hermes, Persephone zurück in die Oberwelt zu holen. Sie konnte dort aber nicht bleiben, da der listige Hades ihr Granatapfel zu essen gegeben hatte – Frucht der Unterwelt und Symbol der Verbindung von Leben und Tod. Durch den Verzehr der angebotenen Kerne gehörte Persephone nun unauflösbar zu seinem Reich. Zeus und Hades einigten sich schließlich darauf, dass Persephone für jeden gegessenen Kern einen Monat in der Unterwelt verbringen musste, aber für die anderen Monate zur Erde zurückkehren durfte. Dadurch konnte Demeter ihre Tochter zwei Drittel des Jahres bei sich haben. Demeter nahm das Friedensangebot an, ließ die Pflanzen auf den Feldern erneut gedeihen und unterwies die Menschen in geheimen Ritualen, die von nun an in ihrem Tempel auszuführen seien.





