Die Karriere des Johann Joachim Winckelmann (1717 bis 1768) war steil. Die Ein-Zimmer-Wohnung in Stendal, die seinem Vater – einem Schuster – gleichzeitig als Werkstatt diente, tauschte er gegen Ende seines Lebens gegen die vatikanische Bibliothek ein, wo er ab 1763 als „Scriptor linguae teutonicae” arbeitete. Winckelmann hatte Theologie, Medizin, moderne Fremdsprachen – und nicht zuletzt bildende Kunst studiert. Er war einer der ersten, der die ägyptischen Skulpturen, die im 18. Jahrhundert in antiken römischen Tempeln und Villen zum Vorschein kamen, wissenschaftlich untersuchte. Obwohl die Hieroglyphen erst lange nach seinem Tod, nämlich 1822, entziffert wurden, gelang es Winckelmann, etliche Objekte ziemlich genau zu datieren und den jeweiligen Epochen zuzuordnen.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München Hofgartenstraße 80333 München www.aegyptisches-museum-muenchen.de Eintritt: € 5,– (ermäßigt € 4,–)





