Auch in Köln, München, Essen, Bonn und Berlin hatten die Meinungsforscher Bürger befragt. Die Auswertung sei zwar noch nicht abgeschlossen, aber schon jetzt sei klar, dass sich die Ergebnisse nicht wesentlich von der Düsseldorfer Befragung unterschieden, so Gaebel. Er kündigte eine verstärkte Aufklärungsarbeit mit Vorträgen und Seminaren für Schüler an. Auch wolle man die Bevölkerung in die psychiatrische Klinik in Düsseldorf holen, um Vorurteile abzubauen. In zwei Jahren soll die Befragung dann wiederholt werden.
Das Verhältnis der Deutschen zu psychisch Kranken ist noch immer von Vorbehalten bestimmt. Nach einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Treiber & Partner in Neuss würde ein Viertel der Bürger die Freundschaft zu einem Menschen abbrechen, der an Schizophrenie erkrankt ist, berichtet die Ärztezeitung.
Das Institut hatte 1.200 Düsseldorfer über 16 Jahren zu ihrer Einstellung zu Schizophrenen und ihrem Wissen über die Krankheit befragt. 70 Prozent lehnten eine enge partnerschaftliche Beziehung zu einem Menschen mit der Erkrankung ab. Jeder fünfte glaubt, Menschen mit psychischen Störungen seien gefährlich. “Dabei sind schizophren Erkrankte nicht gefährlicher als die Allgemeinbevölkerung, wenn nicht weitere Faktoren wie eine Suchterkrankung hinzukommen”, zitiert das Blatt Wolfgang Gaebel, den Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik in Düsseldorf.
Dr. Thomas Meißner





