Deutschland habe die größten Zuwachsraten beim Umsatz, bei den Beschäftigten und bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sagte Ernst & Young-Sprecher Alfred Müller. Von den 332 Firmen würden allerdings nur zwei – Quiagen und Rhein Biotech – schwarze Zahlen schreiben und keine einzige von ihnen habe bislang ein Medikament auf den Markt gebracht. Müller verwies dabei auf die lange Forschungs- und Entwicklungszeit von sieben bis zehn Jahren für ein neues Produkt. Von den börsennotierten Unternehmen hätten nur sechs deutsche Firmen Pharmazeutika in der Erprobung. In Großbritannien seien es 128 Unternehmen, in Dänemark 28.
Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen wertete die Zukunftschancen deutscher Biotech-Firmen gleichwohl ausgesprochen positiv. “Die Dynamik hat sich weiter verstärkt”, sagte er anlässlich der Vorstellung des Berichts. Durch das deutsche Genomforschungsnetz erwarte die Bundesregierung weitere Impulse unter anderem für die Bioinformatik. Bei der Umsetzung der europäischen Biopatentrichtlinie in nationales Recht “sollte Deutschland Vorreiter sein und nicht Nachzügler”, betonte er.
Zur umstrittenen Stammzellforschung sagte Catenhusen, “nur eine von der Bevölkerung akzeptierten Technik hat die Chance, marktfähig zu werden”. In den USA würden 35 bis 40 Firmen an Produkten aus erwachsenen Stammzellen arbeiten, die frühestens in sieben Jahren auf den Markt kämen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte sich vergangene Woche für die Arbeit mit embryonale Stammzellen ausgesprochen. Deutsche Forscher könnten diese Zellen aus dem Ausland importieren. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will das Thema der Stammzellforschung im neu etablierten Nationalen Ethik-Rat diskutieren.





