von DAVID NEUHÄUSER
Der Spanier Hernán Cortés und seine Männer brachen 1519 von Kuba aus zur mexikanischen Küste auf. Nachdem sie die Maya-Stadt Potonchán erobert hatten, segelten sie weiter nordöstlich und gingen im April 1519 in Höhe von San Juan de Ulúa an Land. Cortés verbündete sich mit den wenige Jahre davor von den Azteken unterworfenen Totonaken und anderen Stämmen, die unter der Last der hohen Tributzahlungen an die Azteken ächzten. Mit ihrer Hilfe erreichte Cortés die Aztekenhauptstadt Tenochtitlan, und sein Feldzug gegen die Azteken war am Ende erfolgreich. Allerdings nicht nur dank überlegener Waffen und militärischer Finesse, sondern besonders wegen eines Umstandes, der gar nicht in Cortés‘ Hand lag. Stefan Rinke, Historiker am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin, schreibt: „Bereits seit 1518 hatte sich eine Pockenepidemie von Hispaniola aus in der Karibik verbreitet und dort zu horrenden Sterbeziffern unter der indigenen Bevölkerung geführt, die dagegen nicht immun war.“





