1969 brachten Bauarbeiten in Neuwied-Gönnersdorf/Rheinland-Pfalz einen steinzeitlichen Siedlungsplatz ans Licht. Bei den Ausgrabungen kamen die Reste von vier Hütten und typische Verfärbungen durch Zeltpfosten zum Vorschein, außerdem zahlreiche Waffen, Werkzeuge und Schmuckgegenstände. Bekannt geworden ist der Fundort aber vor allem durch die Entdeckung Hunderter, vor 15 000 Jahren gravierter Schieferplatten. Auf ihnen haben die damaligen Bewohner dieser Siedlung in feinen Linien Bilder von Tieren und Menschen eingeritzt, teilweise mehrfach übereinander. Mehr als 500 Frauendarstellungen sind auf den Platten zu finden. Die schematisierten weiblichen Umrisse mit Schraffuren (Bild) werden heute als „Typ Gönnersdorf” bezeichnet, der überall in Europa zu finden ist.
Anders als die Frauen sind die Tiere sehr naturalistisch und detailliert gezeichnet. Die Bilder zeigen häufig Pferde und Mammuts, Steinböcke, Wölfe, Wollnashörner und Bären, aber auch Robben, Schildkröten und Vögel. Über die Verwendung der Platten zerbrechen sich die Wissenschaftler bis heute die Köpfe. Vermutlich hatten sie eher einen profanen als einen heiligen Zweck.





