Woher kommt dieses große Interesse? Am Filmset von „Northmen – A Viking Saga” lernte Produzent Frank Kaminski viele begeisterte Anhänger der modernen Wikinger-Szene kennen. „Die Menschen identifizieren sich mit dieser Zeit”, erzählt er. „Sie finden in dem Archaischen der Wikinger einen Gegenentwurf zu unserer Welt und entfliehen damit ihrem eigenen Alltag.” Dabei bietet die nordeuropäische Kultur der Nordmänner mit ihrer Musik und ihren Legenden eine ideale Projektionsfläche.
Keine Fantasy
Im Gegensatz zu den konkurrierenden Filmen verzichtet „Northmen” daher auf Fantasy-Elemente. Das Filmteam wollte ein authentisches Bild dieser vergangenen Welt zeichnen. Die Handlung spielt im 8. Jahrhundert, als die Wikinger Teile der britischen Inseln erobert hatten und diese für 200 Jahre dominierten. Im Film strandet eine Horde kampferprobter Nordrecken an der schottischen Küste, wo die feindlich gesinnten Skoten herrschen. Die Gruppe schlägt sich durch deren Gebiet bis nach Danelag, einem von Wikingern besiedelten Landstrich. Verfolgt von den Schergen des Skoten-Königs beginnt eine gefährliche Reise.
Auch wenn das Filmteam um einen realistischen Blick auf die Wikinger bemüht war – „Northmen” ist dennoch eine freie Adaption von Wikingermotiven. So steht für den Produzenten denn auch der Spaß im Vordergrund: „Wir wollten einen gut gemachten Actionfilm im altmodischen Sinne machen”. Vorbild seien die Winnetou-Filme der 1960er-Jahre gewesen, erzählt Kaminski. Deshalb nahm sich das Filmteam einige künstlerische Freiheiten. „Die damaligen Schwerter waren höllisch schwer, man konnte sie kaum hochheben. Das ist natürlich für den Zuschauer nicht sehr spannend”, erklärt der Filmemacher. „Daher haben wir uns an modernen Kampftechniken und Sehgewohnheiten der Zuschauer orientiert.”
Idealer Drehort – Südafrika?!
Richtig begeistert ist Kaminski von den Landschaftsaufnahmen. Sie zeigen den Zuschauern eindrucksvoll die graugrünen und Nebel verhangenen Weiten der Highlands. Doch das Team drehte gar nicht in Schottland, sondern in Südafrika! „Es gab viel Skepsis, warum wir diesen Drehort gewählt haben. Auch die Schauspieler waren skeptisch, als sie vom Flughafen in Kapstadt kamen”, gibt Kaminski zu. Doch es ging nicht ohne Grund auf den schwarzen Kontinent: „Im südafrikanischen Winter sind die Wetterbedingungen sehr krass, es ist regnerisch und windig. Die Dreharbeiten waren sehr anstrengend, aber für den Film war das Setting ideal – genau dieses Gefühl wollten wir rüberbringen.” Davon ließen sich offenbar auch die Schauspieler überzeugen: „Als sie das erste Mal am Set standen, waren alle verblüfft: Sie dachten, sie seien in Schottland.”





