Neue Hinweise, dass es sich bei Homo floresiensis um eine eigene Art handelt, haben US-Forscher um Matthew Tocheri vom National Museum of Natural History in Washington gefunden. Seit der Entdeckung seiner Fossilien 2004 auf der indonesischen Insel Flores sorgt der auch „Hobbit” genannte Zwergmensch für Streit. Manche Wissenschaftler behaupten, bei dem etwa einen Meter großen Wesen habe es sich um eine eigene Art der Gattung Homo gehandelt. Andere sagen dagegen, Homo floresiensis sei lediglich ein extrem kleinwüchsiger Homo sapiens gewesen, der an Microcephalie litt – einer krankhaften Verkleinerung des Schädels.
Tocheri nahm nun als Erster die Anatomie der Hände des Hobbits genau unter die Lupe. Dabei stellte er fest, dass die Handwurzelknochen des Zwergmenschen recht primitiv gebaut waren und denen von Schimpansen oder Gorillas ähnelten – und nicht denjenigen des Neandertalers oder des anatomisch modernen Menschen. Der Forscher schließt daraus, dass der Flores-Mensch seine Anatomie von Vorfahren der Hominidenreihe geerbt hat. Da sich die Handwurzelknochen des modernen Menschen vor 800 000 Jahren ausbildeten und der Hobbit erst vor rund 18 000 Jahren ausstarb, muss er laut Tocheri eine eigene Art gewesen sein.





