Zu den vergessenen Toten des Ersten Weltkriegs gehören auch die der vergessenen Front im Osten. Beispielsweise wurden auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußens nicht nur mehrere Schlachten geschlagen, es gab auch immer wieder Phasen eines Stellungskrieges.
Leider ist das öffentliche Interesse an den dort Gefallenen nicht so hoch wie das für die Westfront und die Suche nach Spuren schwieriger, doch sollte dies für Archäologen kein Kriterium sein, diesen Bereich auszublenden, wie dies zum Beispiel der Historiker Prof. Neitzel tat. Er behauptete in einem Interview: „ Der erste Weltkrieg fand ja nicht in Deutschland statt, das Land blieb heil.” Diese Aussage eines Historikers ist angesichts der Verwüstung eines Großteils Ostpreußens und der absichtlichen Zerstörung von über 1000 Ortschaften und Städten unfassbar.
Prof. Christian Blume, Mömbris
Die einstigen Fronten im Baltikum und am Balkan sind tatsächlich von Archäologen kaum untersucht worden. Eine der raren Ausnahmen: In der Türkei nehmen Forscher das Schlachtfeld von Gallipoli unter die Lupe. Dort hatten 1915 und 1916 die Entente-Mächte versucht, den Weg nach Konstantinopel freizukämpfen. Die Redaktion
Wir entdecken den Alltag im Schützengraben
Heft 6/2014
Im diesem Interview wundert sich Frau Schnitzler: „Die Deutschen müssen Unmengen Senf verzehrt haben.” Aus meiner Kindheit während des Zweiten Weltkriegs habe ich eine ganz andere Einschätzung: Glas war knapp. Auch Senfgläser wurden wieder verwendet, zum Beispiel für Marmelade oder zur Aufbewahrung anderer Lebensmittel. Vermutlich enthielten die Senfgläser in den Schützengraben gar keinen Senf, sondern Lebensmittel, die von zu Hause mitgebracht oder geschickt wurden. Eine Nachkriegsgeneration kann auf solche Schlüsse nicht mehr kommen.
Walter Immler, per E-Mail
Ihre Meinung ist gefragt
Leserforum in Heft 8/2014: Leseverhalten der Zukunft
Der Computer ist ein fantastisches Werkzeug. Er hat mir unglaubliche Mengen Arbeit erspart, oder andere ermöglicht, die ich ohne ihn nie hätte ausführen können. Es hat aber keinen Sinn, ihn zum Fetisch zu erheben. Die große Mehrheit bevorzugt das Buch gebunden aus bedrucktem Papier. Und ich habe beobachtet, dass selbst Informatikstudenten auf der Tastatur mehr Fehler machen als mit Papier und Bleistift.
Dr. Andreas Kurt Richter, per E-Mail
Rechnen Sie mit den Simpsons
LesenSehenHören Heft 4/2014
In der Besprechung des Buches „Homers letzter Satz” von Simon Singh behauptet der Rezensent Tobias Hürter, Singh habe „… den schlauen Simpson-Autoren allerdings eine Ungenauigkeit nachgewiesen: Alle Figuren der Serie haben nur vier Finger pro Hand. Sie müssten daher eigentlich im Oktalsystem rechnen. Aber sie nutzen das Dezimalsystem wie wir.”
Hürter unterschlägt uns, worauf Singh ausdrücklich hinweist: Die Figur Gott hat zehn Finger (und was auch Singh offenbar nicht bemerkt hat: die Figur Jesus ebenfalls). Den Schlüssel zur Lösung des Problems liefert kein Geringerer als Pythagoras. Der nämlich hielt die ersten vier natürlichen Zahlen besonders hoch, weil er mit den daraus gebildeten Verhältniszahlen 1 : 2, 2 : 3 und 3 : 4 seine Harmonielehre begründete. Daher galt ihm deren Summe 1 + 2 + 3 + 4 = 10 als heilig. Also muss es gerade für Wesen mit zweimal 4 Fingern buchstäblich auf der Hand liegen, dass dem Zehnerystem der Vorrang zu geben ist. Und im wahren Sinne des Wortes ein Fingerzeig ist es, dass genau die im Simpson-Universum als heilig geltenden Figuren 10 Finger haben.
Helmut Burmeister, per E-Mail





