Die gegenwärtige Konkurrenz zwischen Print und E-Publikation: Wie verhalten sich beide Domänen in Zukunft zueinander?
Es sind vor allem unterschiedliche Materialien, Papier und Datensätze, die im Augenmerk vieler Beobachter stehen. Moderne elektronische Publikationen gelten als aktuell, flexibel und auch umweltverträglich. Traditionelle Veröffentlichungen hingegen genießen einen guten Ruf bezüglich Seriosität, Nostalgie und Netzunabhängigkeit.
Doch sind aus Papier hergestellte Bücher und Zeitungen tatsächlich nur etwas für hoffnungslose Romantiker? Werden E-Texte zukünftig den klassischen Buchdruck nahezu ersetzen? Dieser Essay erläutert Aspekte der einzelnen Publikationsmedien und Materialien und zeigt, dass auch in Zukunft beide Seiten ihre Daseinsberechtigung haben werden.
Definition des E-Publishings und seine Voraussetzungen
Publizieren, also der Öffentlichkeit etwas bekanntmachen, ist ein Begriff, von dem viele Menschen zumindest eine vage Ahnung haben. Immerhin ist das Schreiben, Überarbeiten, Drucken und Verteilen von Texten in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. E-Publishing hingegen ist ein jüngerer Begriff und bedarf an dieser Stelle genauerer Erklärung.
Was genau ist E-Publishing?
In ihrem Beitrag “Electronic Publishing” unterscheiden die Bibliothekswissenschaftler Frank Scholze und Werner Stephan zwischen drei verschiedenen Definitionen von E-Publishing:
Herstellungsorientierte Erklärungen bezeichnen einen E-Text als solchen, wenn dieser mit Hilfe eines Computers geschrieben, bearbeitet, präsentiert, gespeichert und weiterverteilt wird. Es spielt hier also keine Rolle, ob der Text auf Papier erscheint oder nicht.
Medienorientiert bezieht sich eher auf das gegenwärtige Alltagsverständnis von E-Texten. Hier sind es digitale Endprodukte, die verlegt werden, zum Beispiel Texte auf CD-ROM, DVD-ROM, USB und auch online.
Funktionsorientiert heißt unter anderem, dass dem Hersteller eines Textes mehr Aufgaben zukommen als üblich. Die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger wird dynamischer. Online verfügbare Zeitungsartikel haben beispielsweise oft eine Kommentarfunktion. So kann sich hier schnell und einfach ausgetauscht werden.






