Hunde begingen diesen Fehler allerdings seltener, wenn beim ersten Mal der Gummiball eher beiläufig und ohne die Kommunikationssignale versteckt worden war. Die Wölfe suchten in beiden Fällen dort, wo vor ihren Augen der Gegenstand tatsächlich versteckt wurde ? egal, wo er zuvor deponiert worden war. Dann tauschten die Forscher die Person aus, nachdem diese den Gegenstand versteckt hatte. Eine andere Person deponierte danach den Gegenstand unter dem zweiten Tuch. Jetzt suchten auch die Hunde am richtigen Ort. Die Babys suchten jedoch weiterhin hinter dem ersten Tuch.
Was scheinbar gegen die Intelligenz der Menschenkinder spricht, ist Zeugnis ihrer hohen Lernbereitschaft in sozialem Kontext, erklären die Wissenschaftler. Gemeint ist die Fähigkeit der Babys, sich Dinge zu merken, die von einer Person vermittelt werden, welche gleichzeitig nonverbale Signale wie Blickkontakt, Deuten oder Nicken aussendet. Die Babys können zudem gelernte Inhalte auf andere Situationen übertragen. Bei ihnen war das Verstecken des Balls nicht an eine einzelne Person gebunden wie bei den Hunden, für die der ausgetauschte Wissenschaftler Wechsel genug war, um das zuvor Gelernte zu vergessen. Die Wölfe schließlich ließen sich überhaupt nicht von den Personen ablenken: Sie suchten einfach dort, wo sie den Gegenstand vermuteten und beurteilten jede Situation neu.
Laut den Wissenschaftlern deutet das Verhalten der Hunde auf eine neue Fähigkeit ihrer Art hin, die sie von den Menschen seit ihrer Domestizierung übernommen haben. Sie können wie Babys einen Zusammenhang zwischen eindeutigen Kommunikationssignalen und einem Lerninhalt herstellen. Vermutlich würden aber bei Hund und Mensch doch andere kognitive Prozesse ablaufen, denn den Hunden gelang es nicht, den einen Inhalt in ähnliche Situationen zu übertragen, was bei den Babys wohl der Sinn des Lernens sei.





