Das galt sowohl für Ehen, die vor 1980 geschlossen wurden, als voreheliche Gemeinschaften eher selten waren, als auch für Paare, die erst nach 1980 geheiratet hatten, als die voreheliche Gemeinschaft gang und gäbe wurde. Kamp-Dush vermutet die Ursachen in der geringeren Verbindlichkeit einer wilden Ehe: Eine solche Partnerschaft werde im Bewusstsein einer möglichen unproblematischen Trennung oft mit weniger Vorbedacht eingegangen. Mit dem wachsenden gemeinsamen Hausstand, der in die Partnerschaft investierten Arbeit und gemeinsamen Kindern wachse dann doch die Neigung zur Heirat.
Eine voreheliche Lebensgemeinschaft ist nicht unbedingt eine gute Vorbereitung für eine haltbare Ehe. Entgegen der landläufigen Meinung werden daraus hervorgehende “Bünde fürs Leben” sogar häufiger geschieden als Ehen, die ohne Erfahrungen in einer gemeinsamen Wohnung begannen. Das schreiben amerikanische Sozialwissenschaftler im Journal of Marriage and the Family.
Claire Kamp-Dush von der Staatsuniversität Pennsylvania und ihre Kollegen hatten über 1.400 Personen, die in den Jahren zwischen 1964 und 1997 geheiratet hatten, nach ihren Erfahrungen in der Ehe befragt. Die Wissenschaftler fanden, dass sich verheiratete Paare mit gemeinsamen Erfahrungen in einer Wohnung vor der Hochzeit im Durchschnitt als unglücklicher bezeichneten und sich häufiger scheiden ließen.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





