Spitzenforschung vom Rollstuhl aus
Hawking sagt selbst: “Meine Behinderung hat meine wissenschaftliche Arbeit nicht wesentlich beeinträchtigt. Tatsächlich war sie in mancherlei Hinsicht eher von Vorteil.” Viele zeitraubende und unwissenschaftliche Aspekte einer wissenschaftlichen Karriere blieben ihm erspart und so konnte er sich besonders intensiv seiner Forschung widmen. Seine Behinderung war sicherlich auch ein Faktor bei der enormen Bekanntheit, die Hawking in der Öffentlichkeit und in den Medien erreichte. Er bekam Symbolcharakter: Für viele Menschen verkörpert er eine Art vergeistigtes Wesen. Seit 1985 kann er sich zudem nur noch mithilfe eines Sprachcomputers verständigen. Er bedient ihn mit leichten Bewegungen seiner rechten Wange. Auch dies wurde sicherlich Teil seiner erstaunlichen charismatischen Ausstrahlung.
Im zweiten Teil des bdw-Titelthemas blickt Rüdiger Vaas auf die wichtigsten wissenschaftlichen Leistungen von Hawking und beschreibt ihren Stellenwert in der Theoretischen Physik. Er rückt dabei sechs große wissenschaftliche Leistungen ins Zentrum: von den Überlegungen zur Urknall-Singularität über die geheimnisvollen Schwarzen Löcher bis hin zu den Fragen rund um das Thema Zeit. Auch Hawking selbst lässt Vaas dabei mit markanten Aussagen zu Wort kommen. “Ich hatte schon immer ein klares Ziel: Ich will herausfinden, wie das Universum funktioniert und warum es überhaupt existiert. Zum Glück gibt es überall Hinweise. Der wichtigste befindet sich direkt über unseren Köpfen”, so Hawking.
Hawking revidiert
Abgerundet wird die Titel-Geschichte durch einen Blick auf das aktuelle Forschungsthema des berühmten Physikers. Erneut hat er sich den Kopf über die bizarren Eigenschaften der Schwarzen Löcher zerbrochen. Konkret geht es um den von ihm zunächst postulierten Informationsverlust beim Verdampfen der Schwarzen Löcher. Er stellte eine Grundlage der Physik infrage: die Erhaltungssätze. Falls tatsächlich all die in Schwarzen Löchern absorbierten physikalischen Eigenschaften, Kenngrößen und so weiter völlig verschwänden, dann würde der Satz von der Erhaltung der Energie und anderen grundlegenden Prinzipien versagen. Rüdiger Vaas erklärt, warum Hawkins diese Thesen nun revidiert hat.
Die dreiteilige Titelgeschichte “Stephen Hawking wird 75” finden Sie in der Januar-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab dem 13. Dezember im Handel erhältlich ist.





