Die Psychologie hinter der Raumgestaltung
Dieser Mechanismus greift auf zwei Ebenen: Einerseits hat die Einrichtung selbst Einfluss auf das Wohlbefinden, die Stimmung oder beispielsweise die Produktivität einer Person. Andererseits ist der Einrichtungsstil wiederum geprägt von psychologischen Merkmalen und kann daher interessante Aufschlüsse über Lebensumstände oder Charakter des Bewohners geben. Ebenso verraten die Einrichtungstrends der Vergangenheit, welcher Zeitgeist damals herrschte. Wie also wurden vor 100, 200 oder auch 1.000 Jahren die Räume gestaltet?
Wie alles begann…
Einrichtung wird häufig mit einem gewissen Möbelstil gleichgesetzt und somit beginnt ihre Geschichte simultan mit jener der ersten Möbel. Die ältesten gefundenen Überreste von Mobiliar befanden sich in ägyptischen Gräbern aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. Heutzutage lässt sich also nur schwer zurückverfolgen, wann genau die Nutzung von Möbeln begonnen hat. Zu jener Zeit waren Truhen, Betten und Sessel aber eine beliebte Grabbeilage. Bereits damals waren diese sorgfältig verziert und mit Einlegearbeiten aufwändig verarbeitet. Auch bei den Römern, Griechen sowie Etruskern wurden bereits Möbel eingesetzt, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß.
Romanik

Besser nachvollziehen lässt sich die Geschichte der Einrichtung und damit auch ihrer Trends aber erst ab dem Zeitalter der Romanik, welches grob zwischen 800 und 1200 lag. Geprägt war das Mobiliar damals noch vom Möbeldesign im antiken Rom. Massive Pfostenstühle oder fest mit dem Haus verbundene Schränke sowie Betten gehörten zur ganz normalen Einrichtung. Gearbeitet wurde aus robusten Hölzern, deren Oberflächen mit Firnis oder heißem Wachs behandelt waren und somit einen dunklen Farbton annahmen.
Gotik
Der Übergang von der Romanik zur Gotik war fließend und begann etwa um 1140. Die Gotik dauerte bis 1500 an und war geprägt durch aufwändig verziertes und filigranes Mobiliar. Im Gegensatz zu den massiven Möbeln aus der Romanik, wurden also bemalte sowie geschnitzte Flächen, Schränke mit Schubladen, Stühle mit Armlehnen und weitere Einrichtungsgegenstände mit liebevollen Details genutzt. Optisch erinnerten sie an die Architektur der gotischen Kathedralen, geprägt also von vertikalen Linien und schmalen Rahmenkonstruktionen. Zugleich boten sie mehr Komfort und waren funktionaler als noch wenige Jahrzehnte zuvor.







