Wenn es um den Vorderen Orient geht, bleibt Jordanien immer seltsam im Schatten – nicht einmal Alexander hielt den Wüstenstrich am Jordan für eroberungswürdig. Dabei hat das Land durch die Jahrtausende eine erstaunliche kulturelle Vielfalt zu bieten. Vieles davon ist heute noch zu besichtigen.
Die zum Buch gehörige Ausstellung ist vorbei, für den Couch-Reisenden bleibt dieser ebenso schöne wie informative Band, der ihn auf thematisch vielfältiger Route durch Jordanien lotst. Die Tour fängt früh in der Steinzeit an (7. Jahrtausend), wo beim heutigen Amman offenbar schöne Menschen in noblen Häusern ein kultiviertes Leben führten. Im Süden des Landes verhütteten frühe Jordanier Kupfer für den Export nach Ägypten (3. Jahrtausend). Weiter geht es durch zahlreiche andere Stätten und Fähigkeiten bis hin zur Römerzeit. Und dann natürlich ein Trip durch das Wadi Musa, sprich „Petra”: in natura ein anstrengender Marsch, im Buch ein eindrucksvoller Spaziergang durch die geheimnisvolle Stadt der Mythen umrankten Nabatäer.
Nahezu alle deutschen Wissenschaftler, die in Jordanien arbeiten, sind mit Beiträgen vertreten, sodass die Informationen authentisch sind. Und: Die Autoren haben es weitgehend geschafft, sich vom Wissenschaftler-Jargon zu lösen. Das kommt der Lesefreude ebenso zugute wie die ansprechende Bebilderung. Michael Zick
GESICHTER DES ORIENTS 10 000 Jahre Kunst und Kultur aus Jordanien Zabern Mainz 2004 280 S., € 37,90 ISBN 3-8053-3375-7





