2.200 neue Meerestiere wurden gefunden und der von der Expedition entdeckte Gaußberg, ein erloschener Vulkan, dient bis heute als Orientierungspunkt und geodätische Markierung. Hinterlassen hat Drygalski auch 14.000 Glasnegative und Papierabzüge mit wissenschaftlichen Aufnahmen von Gesteinsarten, Eis- und Landschaftsformen sowie Tier- und Pflanzenarten. Außerdem gibt es Fotos vom Bau der Gauß, dem Alltag an Bord und später im Zeltlager. „Die Bilder besitzen neben ihrer historischen Bedeutung auch eine hohe Relevanz für die heutige Klima- und Umweltforschung“, erklärt Bruno Schelhaas, Archivleiter am Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). „Mit den historischen Forschungsdaten können aufschlussreiche Vergleiche durchgeführt werden, die für die Geowissenschaften sehr wertvoll sind.“ Das IfL stellt nun alle 1.400 Original-Aufnahmen erstmals online zur Verfügung.
Der Wettlauf zum Südpol war nicht nur wissenschaftlich, sondern auch imperialistisch motiviert. Zur Enttäuschung von Kaiser Wilhelm II. gelangte die Gauß-Expedition nicht über den 80. Südlichen Breitengrad hinaus ins Landesinnere. Das schaffte erst die britische Robert-Scott-Expedition 1903, die im selben Jahr wie die deutsche und die schwedische unter Otto Nordenskjöld gestartet war. Der tatsächliche Südpol wurde schließlich im Jahr 1911 von einem Team um den Norweger Roald Amundsen erreicht.





