ntdeckungen prägen die Wissenschaft und machen einen Gutteil ihrer Faszination aus. Kein Wunder also, dass es bei den Beiträgen in bild der wissenschaft meistens um aufsehenerregende Entdeckungen geht. Und, da Wissenschaft von Menschen gemacht wird, um die Persönlichkeiten, Ideenwelten und Erfahrungen der Entdecker selbst.
„Das Problem des Entdeckens liegt im Entdecken des Problems”, brachte der Kölner Immunbiologe und Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck die Sache auf den Punkt. Routine ist einerseits segensreich, und auch Wissenschaftler profitieren bei ihrer Arbeit in Labor, Technikum oder Messstation von langjähriger Erfahrung, von eingespielten Abläufen. Andererseits kann Routine einschläfern und blind machen, wenn plötzlich etwas Unerwartetes geschieht.
Dann gabelt sich der Weg. Denn mit Unerwartetem gehen Menschen unterschiedlich um – je nach Naturell. Der eine schüttet den nach zig gleich gearteten Versuchen auf einmal ungewöhnlich dickflüssigen Inhalt des Reagenzglases in den Ausguss und setzt einen neuen Versuch an. Der andere will unbedingt wissen, was hier los war. Er lässt nicht locker, bis er das herausgefunden hat – und wahrt dadurch seine Chance auf eine großartige Entdeckung.
Zum 50. Jubiläum unserer Zeitschrift treiben wir das Menscheln in und hinter der Wissenschaft auf die Spitze: Wir laden Sie zu einem Gewinnspiel ein – rund um persönliche Schicksale und um die intellektuellen Abenteuer in Forschung und Technik.
Im Folgenden finden Sie 9 kleine Geschichten, in denen es um das spannende, amüsante und gelegentlich riskante Aufeinanderprallen von Mensch und Wissenschaft geht. Jedesmal ist ein Begriff oder Name gefragt, aus dem Sie einen bestimmten Buchstaben entnehmen. Diese 9 Buchstaben, gut geschüttelt, ergeben das Lösungswort des Jubiläums-Gewinnspiels. Es gibt attraktive Preise zu gewinnen – was genau, entdecken Sie am Schluss der Rätselstrecke.
Einen kleinen Tipp bekommen Sie mit auf den Weg: Das Lösungswort steht im Plural. Und nun viel Spaß!
1. Das geträumte Molekül
Es geschah in einer belgischen Universitätsstadt, an einem Winterabend des Jahres 1861. Ein junger Chemie-Dozent schrieb in seiner Wohnung am Manuskript eines Lehrbuchs. Aber seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Ein rätselhaftes Molekül spukte ihm im Kopf herum.
Die Summenformel dieser Verbindung war seit 1834 bekannt – aber welche Strukturformel hatte sie, welche räumliche Gestalt? Die Kohlenstoff- Atome, die offenbar das Gerüst des Moleküls bildeten, verhielten sich Reaktionspartnern gegenüber allesamt völlig gleichwertig. Das konnte bisher kein Chemiker dieser Epoche zufriedenstellend erklären.
Der Dozent, Spross eines alten böhmischen Adelsgeschlechts, schob das Manuskript zur Seite und legte den Federhalter weg. Was dann geschah, beschrieb er selbst später so:
„Ich drehte den Stuhl nach dem Kamin und versank in Halbschlaf. Wieder gaukelten die Atome vor meinen Augen. Mein geistiges Auge unterschied jetzt größere Gebilde von mannigfacher Gestaltung, schlangenartig sich windend und drehend. Und siehe, was war das? Eine der Schlangen erfasste den eigenen Schwanz, und höhnisch wirbelte das Gebilde vor meinen Augen.”
Fast vier Jahre gingen ins Land, bis der Träumer vor dem Kamin sich mit seiner „chemischen Vision”, wie er sie selbst nannte, an die Öffentlichkeit wagte. Tatsächlich hatte er im Halbschlaf die korrekte, langgesuchte Struktur des Moleküls entdeckt – und damit das Tor zu einem großen neuen Zweig der Chemie aufgestoßen. Diese wahre Anekdote gehört zu den bekanntesten der chemischen Wissenschaft.
Wie heißt die chemische Verbindung, deren Struktur ein kreativer Kopf erträumte? Bitte notieren Sie den zweiten Buchstaben für das Lösungswort.
2. Plötzlich schmolz er dahin
Der Held dieses Entdeckerrätsels hatte keinen akademischen Abschluss. Er war der klassische Autodidakt, der sich selbst aus Büchern alles Mögliche beibrachte. Und es offenkundig mit Erfolg umzusetzen verstand: Noch in jungen Jahren wurde er Leiter im Forschungslabor eines Unternehmens, das Elektronenröhren herstellte.
Während des Zweiten Weltkriegs leitete er die Produktion einer speziellen Form von Elektronenröhren, die sich als äußerst kriegswichtig erwiesen hatten. Sein nie rastender Erfindergeist – er reichte während seines 76-jährigen Lebens rund 300 Patente ein – ersann deutliche konstruktive Verbesserungen dieser Röhren und steigerte die Tagesproduktion von anfänglich 17 auf 2600 Stück. Dafür erhielt er später die höchste Auszeichnung der Marine seines Landes, die an Zivilisten vergeben wird.
Sein Auftritt in diesem Rätsel hat aber nichts mit Kriegsverdiensten zu tun, sondern mit einem höchst zivilen Objekt: einer mit Schokolade überzogenen Süßigkeit. Diesen Pausensnack hatte der Mann in der Tasche, als er eines Tages in seinem Labor vor einer dieser leistungsstarken Röhren, die gerade in Probebetrieb war, stehen blieb. Als er gedankenverloren die Hand in die Tasche steckte, fasste er in etwas weiches Warmes. Die Schokolade war geschmolzen.
Ihm war klar: Die Erwärmung musste durch die besondere elektromagnetische Strahlung dieses Röhrentyps ausgelöst worden sein. Und er hatte eine zündende Idee, wieder einmal. Die seitdem in aller Welt millionenfach verbreiteten Geräte, die auf diesem Geistesblitz basieren, haben – nach Gefühlsstatistik des Autors – gleich viele Freunde wie Gegner. Wie lautet der Nachname des Erfinders? Sie brauchen den ersten Buchstaben fürs Lösungswort.
3. Allein gegen (fast) alle – und posthum strahlender Sieger
Ungerührt warb dieser Mann für seine Theorie. Dabei hielt ihn so gut wie die gesamte Gelehrtenriege der Disziplin, auf die sich seine große Idee bezieht, für einen irregeleiteten Spinner – und sagte es ihm auch laut und deutlich. Noch am freundlichsten äußerte sich ein akademischer Zeitgenosse, nach dem sogar eine Erhebung auf dem Mond benannt ist: Diese Theorie sei ein „schöner Traum”, leider nicht mehr als ein „amüsantes Rauchwölkchen, dem jegliche Solidität fehlt”. Sarkastische Gegner schmähten den Angefeindeten, er sei wohl von der Krustendrehkrankheit befallen. Einer kommentierte beschwörend, man möge ja nicht an die Theorie des Außenseiters glauben, denn sonst „müssten wir vergessen, was wir in den letzten 70 Jahren gelernt haben, und in die Schulbänke zurückkehren”.
Genau so sollte es aber kommen – Jahrzehnte später. Zu seinen Lebzeiten hat das der Held dieses Rätselthemas nicht mehr genießen dürfen. Er erlebte nur massive Ablehnung. Als er seine Idee in Fachzeitschriften publizierte und sie erstmals vor einer großen wissenschaftlichen Versammlung vortragen wollte – just 102 Jahre ist dies jetzt her –, warnte ihn sein späterer Schwiegervater: Er solle das um Himmels Willen bleiben lassen. Man werde einen Quereinsteiger wie ihn, der kein universitär ausgebildeter Fachkollege war, nicht ernst nehmen.
Eine zutreffende Vorhersage. Die erste öffentliche Vorstellung der Theorie endete offenbar in einem Fiasko. Augenzeugenberichte gibt es nicht, aber die spätere Ehefrau des Urhebers sagte, an jenem Januartag in Frankfurt am Main sei ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Aus heutiger Sicht ist das kaum nachzuvollziehen, da der Außenseiter von damals mittlerweile mehr als anerkannt ist. Sein Name ziert eine große Forschungsinstitution dieses Landes. Und einen Mondkrater: So sind heute sein oben zitierter Kritiker von einst – der mit dem „Rauchwölkchen” – und der Kritisierte friedlich auf dem Erdtrabanten vereint.
Sie haben bestimmt längst erraten, wer hier gesucht ist. Notieren Sie sich bitte seinen Nachnamen. Den fünften Buchstaben brauchen Sie am Schluss.
4. Aufbruch ins Unbekannte
„Wir konnten nur das Nötigste von unserer beweglichen Habe in ein paar Kisten packen. Eines Morgens stand dann ein Lkw … vor der Tür. Verwandte, Freunde und Nachbarn verabschiedeten sich unter Tränen, und wir fuhren los. Niemand wusste, was die Zukunft bringen würde.” So erinnerte sich die damals 30-Jährige später an den Abschied von der Heimat, etwa einen Monat nach Kriegsende.
Ein Konvoi aus Wissenschaftlern, Technikern und Facharbeitern setzte sich in Bewegung. Offiziere einer siegreichen Armee kommandierten den Transport. Es war eine Zwangsdeportation, denn freiwillig wollte keiner fort. Danach fragten die fremden Soldaten allerdings nicht. Ihnen kam es darauf an, das exzellente Wissen und Können dieser Experten für ihre Einflusszone zu sichern. Die Frau, um die es hier geht, war die jüngste der sorgsam ausgewählten 41 Deportierten.
Ihr Studium hatte sie aufgrund der Umstände gegen Kriegsende abbrechen müssen. Trotzdem hatte sie sich bei Kollegen und Vorgesetzten großen Respekt erworben. Sie hatte gleich nach dem Abitur begonnen, sich intensiv mit den wissenschaftlichen Grundlagen eines traditionsreichen Werkstoffs zu beschäftigen, speziell mit der damals neuen Idee, ihn hauchdünn mit anderen Materialien zu beschichten. Das veränderte vorteilhaft das Reflexionsverhalten bei Auftreffen von Licht.
Mit besagtem Werkstoff konnte damals weltweit kaum jemand so innovativ umgehen wie die entführten Experten. Von deren Know-how und Ideen wollten die Siegermächte profitieren – darum sollten die Deportierten eine Produktionsstätte in ihrer Einflusszone aufbauen. Nach mehreren Zwischenstationen durften sie sich schließlich am Ufer eines großen Stromes ansiedeln und ein Werk errichten, das heute noch dort liegt.
Die talentierte junge Frau hatte auch am neuen Standort nichts von ihrer Ingeniosität verloren. Sie stürzte sich in die Erforschung und Entwicklung neuer Werkstoffsorten. Spätestens als sie entdeckte, wie man eine besonders leichtgewichtige Variante mit weltweit äußerst gefragten Eigenschaften fertigen konnte, rückte sie international in die erste Liga ihres Metiers auf. Und Millionen von Menschen mussten sich dank ihrer Erfindung von nun an nicht mehr als „Eulen” hänseln lassen.
Aufgrund ihres Ideenreichtums und ihrer Persönlichkeit wurde die Wissenschaftlerin und Werkstoff-Spezialistin zur ersten weiblichen Führungskraft ihres weltbekannten Unternehmens. Haben Sie sie identifiziert? Dann notieren Sie sich bitte den dritten Buchstaben ihres Nachnamens.
5. Das Rauschen kam nicht vom Taubendreck
Es war zum Wahnsinnigwerden. Die beiden Physiker hatten das Taubenpaar, das sich ausgerechnet ihre hochempfindliche Hornantenne als Nistplatz auserkoren hatte, einfangen und 50 Kilometer weit weg transportieren lassen. Aber schon waren die Tiere wieder da und bekleckerten die meterlange Drahtkonstruktion erneut mit ihrem ätzenden Kot.
Was tun? Letzten Endes wäre es am humansten, dachten sie, die Vögel zu erschießen. Gesagt, getan. Ein letztes Mal säuberten die Wissenschaftler die Antenne von den weißen Hinterlassenschaften. Dann nahmen sie die Suche nach der Ursache des seltsamen Rauschens wieder auf, das ihnen so lange schon die Messungen verdarb.
Mitte der 1960er-Jahre kreisten bereits einige von Menschenhand geschaffene Satelliten um die Erde. Deren Signale hatten die beiden jungen Physiker ursprünglich auffangen sollen. Dann wandten sie sich der Radioastronomie zu – sie suchten nach Radioquellen in der Milchstraße. Doch die ganze Zeit über fing ihre Antenne ein Störgeräusch mit konstanter Intensität auf, das aus allen Richtungen zugleich zu kommen schien. Die irritierten Physiker überprüften ihre Geräte – ohne Ergebnis – und schoben die Ursache schließlich auf die Tauben. Aber selbst nach deren Entfernung blieb die Störung.
Der Zufall übernahm die weitere Regie. Einer der beiden Wissenschaftler telefonierte mit einem Kollegen und erzählte ihm von dem radioastronomischen Quälgeist. Der Gesprächspartner horchte auf: Er wusste, dass Forscher an der benachbarten Princeton University intensiv – aber bislang erfolglos – nach einer ganz bestimmten universellen Strahlung suchten, die als schwaches Rauschen an jedem Ort der Welt zu empfangen sein sollte. Der aufmerksame Gesprächspartner brachte beide Parteien zusammen: die, die etwas gefunden hatten, was sie nicht verstanden, und die, die etwas suchten, aber nicht finden konnten.
Nur die beiden Tauben-Geplagten bekamen für ihre Entdeckung einen Nobelpreis. Wie lautet der Nachname desjenigen, der in Deutschland geboren ist? Merken Sie sich bitte den fünften Buchstaben.
6. Von ihm blieben nur ein Stück Messing – und ein „L”
Mut hatte er, gar keine Frage. Schon auf seiner ersten Expedition wagte er sich mit einer Handvoll weiß- und schwarzhäutiger Begleiter 4800 Kilometer weit durch unerforschte Wildnis. Er entdeckte eine neue Route – eine grandiose Pionierleistung, die späteren Siedlern den Weg wies.
Preußisch-akribisch notierte der Expeditionsleiter, was ihm unterwegs an Bemerkenswertem auffiel – nicht nur in geografischer Hinsicht, sondern auch bezüglich der Tier- und Pflanzenwelt und der (wie man früher sagte) Eingeborenen. Die abenteuerliche Reise dauerte mehr als 14 Monate. Als er am Ziel war und von dort aus per Schiff zurückfuhr, hielt alle Welt ihn längst für tot.
Drei Jahre später, am Ende seiner dritten Expedition, war er es tatsächlich. Der rastlose Forschungsreisende war wieder mit einer gemischten Gruppe unterwegs, mit vier Europäern und zwei Einheimischen. Sie versuchten, eine Transversale quer durch den Kontinent zu finden. Und sie scheiterten – keiner der sieben wurde jemals wieder gesehen.
Selbstverständlich gab es Suchexpeditionen, mit Berichten über Fuß- und Hufspuren mitten in der Einöde. Andere fanden Ritzungen in Bäumen, die eventuell von dem verschwundenen Wissenschaftler stammten – alles sehr vage. Erst Jahrzehnte nach dem Ende des Forschungsreisenden, dessen genauen Todestag niemand kennt, tauchte auf verschlungenen Wegen ein konkretes Relikt auf: ein schmales Messingplättchen, das Vor- und Nachnamen des Verschollenen trägt.
Ein Ureinwohner war der Entdecker. Der Fundort war ein Affenbrotbaum, in dessen Rinde jemand den Buchstaben „L” geritzt hatte. An dem Baum hing eine stark angekokelte herrenlose Feuerwaffe, daran war das Plättchen befestigt. Materialwissenschaftliche Untersuchungen 2006 räumten die letzten Zweifel aus: Hier hat sich niemand einen makabren Scherz erlaubt und eine Fälschung angefertigt – das Messingstück ist authentisch. Es ist bis zum heutigen Tag die einzige faktische Spur des Pioniers.
Besagter Affenbrotbaum steht auf felsigem Terrain zwischen zwei großen Sandwüsten im Nordwesten des Kontinents. Rund zwei Drittel des Weges hatten die Reisenden bereits zurückgelegt. Aber dann ist ihnen wohl doch der Wassermangel zum Verhängnis geworden. Gesucht ist hier der zehnte Buchstabe aus dem Nachnamen des Expeditionsleiters.
7. Erfinder, Großindustrieller und Präsidenten-Spezi
Als er 81-jährig starb, hatte sein weltweites Firmenimperium ihn längst zum Multimillionär gemacht – mit Niederlassungen und Werken rund um die Welt und einem Massenprodukt, das in kaum einem Haushalt fehlte. Er selbst betonte lebenslang immer wieder, er habe vor allem Glück gehabt.
Das darf man allerdings unter „Tiefstapelei” verbuchen, denn am technischen Genius dieses Mannes besteht kein Zweifel. Genauso wenig an seiner Treue zu Freunden. Einer der engsten Freunde des Erfinders wurde später Präsident des Landes, allerdings erst nach zwei schmetternden politischen Niederlagen. Trotz dieser frühen Misserfolge hielt der hier Gesuchte, der die Wahlkampagnen des aufstrebenden Politikers erheblich mitfinanziert hatte, unverbrüchlich zu ihm.
Und er blieb ein „Big Spender” für ihn. Nach der endlich erfolgreichen Kandidatur lieh der Erfinder und Firmenchef dem frisch gekürten Präsidenten eine Riesensumme für den Kauf eines repräsentativen Hauses. Außerdem ließ er auf seiner eigenen Privatinsel ein Haus für den Präsidenten renovieren, damit der sich im Urlaub angemessen erholen konnte.
Dahinter stand keineswegs das Kalkül auf geschäftliche Vorteile. Erstens hatte der Erfinder und Industriekapitän das nicht nötig. Zweitens demonstrierte er seine Treue auch nach dem tiefen Fall des Präsidenten: Der musste nach einem Skandal sein Amt aufgeben. Unmittelbar nach dem Rücktritt flog der Freund zu ihm und spendete Trost.
Das Vermögen des Gesuchten geht auf das Jahr 1949 zurück. Unser Mann hatte damals außer einem Haufen Schulden eine Werkstatt. Dort unterhielt er sich mit einem Vertreter, der sich über die mangelnde Qualität seiner Produkte beklagte. Das brachte den jungen Werkstattbesitzer ins Grübeln und Tüfteln. Mit Erfolg: Er entdeckte, wie sich das Design eines kleinen technischen Objekts entscheidend verbessern und dieses sich obendrein viel einfacher und billiger herstellen ließ als die Vorgänger. Und schon funktionierte das Produkt – auf Knopfdruck.
Wie lautet der Nachname des Erfinders? Sie brauchen den sechsten Buchstaben für das Lösungswort.
8. Auch zum Zähneputzen konnt‘ man es benutzen
Er war einer von denen, die bereits „mit einem Silberlöffel im Mund” auf die Welt kommen, wie ein Bonmot in seiner Muttersprache lautet. Aus dem reichen Elternhaus, führte der Lebensweg des jungen Mannes zunächst steil nach oben.
Wie es sich für einen Angehörigen der Oberen Zehntausend gehört, besuchte er eine Elite-Universität, an der er – standesgemäß – durch sportliche statt durch Lernleistungen hervorstach. Die Frauen lagen dem reichen und blendend aussehenden Athleten zu Füßen, der seine sportliche Karriere mit dem Gewinn der Amateur-Golfmeisterschaften seines großen Landes krönte. Nach seinen Studien stieg er sofort als Direktor in eine von Papas Firmen ein.
Im 48. Lebensjahr indes verließ ihn seine Fortüne. Beim Sturz aus einer Schlafwagenkoje verletzte er sich am Arm. Von da an litt er unter dauernden Schmerzen – bis er von einer Wundermedizin hörte, sie ausprobierte und sich augenblicklich besser fühlte. Was im Nachhinein lediglich als eindrucksvolles Beispiel für den Placebo-Effekt gelten kann, hielt die Hauptperson dieser Geschichte für einen Triumph der Wissenschaft. Als solcher wurde die wasserklare Flüssigkeit nämlich vom Hersteller angepriesen.
Zutreffend war immerhin dieses Versprechen: Das Patentwasser enthielt tatsächlich hohe Dosen von zwei chemischen Elementen. Sie zeigten eine damals noch nicht lange bekannte physikalische Besonderheit, der viele Zeitgenossen segensreiche Wirkungen zuschrieben: angefangen von der Stärkung der Manneskraft bis zu perfekter Zahngesundheit bei fleißigem Gebrauch einer entsprechenden Zahnpasta.
Viel hilft viel, sagte sich unser Patient, und an Geld war bei ihm noch nie etwas gescheitert. Fast 1400 Flaschen der teuren Flüssigkeit trank er – bis er nach drei Jahren die Entdeckung machte: Die Kur war nicht zu seinem Besten. Eine große Zeitung seines Landes titelte schwarzhumorig, das Patentwasser sei ihm ganz gut bekommen, „bis ihm der Unterkiefer abfiel”. Das war zwar journalistisch übertrieben, aber nur ein bisschen. Mit nur 51 Jahren starb der Mann, der der Liebling der Götter gewesen zu sein schien, einen elenden Tod. Die letzte Reise trat er in einem mit Bleiplatten ausgekleideten Sarg an.
Spätere Untersuchungen förderten klar zutage, dass das famose Gesundheitswässerchen ihn ruiniert hatte. Von den zwei gefährlichen chemischen Elementen, die es enthielt, möchten wir von Ihnen dasjenige mit dem längeren Namen wissen. Aus ihm entnehmen Sie bitte den dritten Buchstaben.
9. Die Erde geht falsch
Standards bringen Ordnung und Struktur ins Leben. So sind Meter und Kilogramm durch international gültige Vereinbarungen festgelegt, und auch über die Länge einer Sekunde muss man sich nicht auf Diskussionen einlassen. Es kann aber sehr wohl zu Meinungsverschiedenheiten darüber kommen, wessen Uhr korrekt geht. Eine amerikanische Jazzrock-Band hat das in unverwechselbarer Manier in Musik gegossen, als sie auf ihrem Debüt-Album die Frage stellte, ob überhaupt irgendwer die richtige Uhrzeit wisse.
39 Jahre vor der Erstveröffentlichung dieses Musiktitels hatte der deutsche Wissenschaftler, um den es in diesem Entdeckerrätsel geht, ein ehrgeiziges Projekt begonnen. Er war zutiefst davon überzeugt, dass er damit in der Lage wäre, in bislang unerreichter Präzision zu sagen, wie spät es ist. Zusammen mit einem Kollegen hatte er dazu ein Verfahren sowie eine technische Anlage entwickelt, die die Fläche von zwei kompletten Labortischen beanspruchte. Japanische Ingenieure schafften es übrigens im gleichen Jahr, als die US-Band ihr Debüt-Album veröffentlichte, diese Zeitmessanlage so kostengünstig und robust zu miniaturisieren, dass sie massenmarkttauglich an Handgelenken den Siegeszug rund um die Welt antrat.
Aber so weit war es beileibe noch nicht, als der deutsche Forscher und sein Kompagnon an ihrer experimentellen Anlage bastelten, justierten, optimierten und schließlich jubilierten: Geschafft! Schon andere hatten sich vor ihnen an einer Vorrichtung dieses Typs versucht. Was den beiden nun zu einem wirklichen Qualitätssprung verholfen hatte, war das kritische Augenmerk auf den Faktor „Umgebungstemperatur”. Es war entscheidend, die Anlage vor deren Schwankungen zu schützen. Das verhalf der Vorrichtung zu bislang unerreichter Ganggenauigkeit.
Aber damit gingen neue Probleme los. Die beiden Entwickler machten sich gründlich unbeliebt, als sie vier Jahre nach Projektbeginn – inzwischen hatten sie vier derartige Zeitmessanlagen gebaut – eine ungeheuerlich klingende Behauptung aufstellten. Denn sie lehnten es ab, jahreszeitlich auftretende Gangänderungen an ihren Anlagen – ermittelt durch Vergleiche mit der astronomischen Tageslänge – auf Messfehler ihrerseits zurückzuführen. Sie behaupteten stattdessen steif und fest, aus ihren Messungen schließen zu können: Die Erde geht falsch. Frechheit, oder?
Doch sie behielten recht. Und Sie benötigen nun den achten Buchstaben aus dem Nachnamen des einen der beiden Entdecker (der Nachname des anderen ist deutlich kürzer, Verwechslung ausgeschlossen). •
Text von Thorwald Ewe, Illustrationen von Hubert Warter





