Dr. Sebastian Rojek
Im Gegensatz zu seinen Diktatorenkollegen Adolf Hitler und Benito Mussolini starb Francisco Franco (1892–1975) im Bett. Nach dem Sieg im Spanischen Bürgerkrieg im April 1939 herrschte der Berufssoldat bis 1975. Bis in die Gegenwart hinein ist die Erinnerung an das Franco-Regime in Spanien heftig umstritten. Der Kölner Historiker und Spanien-Experte Till Kössler führt in seiner Franco-Biographie sachlich durch die historiographischen Debatten sowie die widersprüchlichen Thesen und Wertungen, die in der Forschung diskutiert werden.
Franco erscheint bei Kössler als ein Mann, der durch den Kolonialkrieg geprägt wurde, in dessen Kontext auch sein Aufstieg begann. Die Eckpfeiler in Francos Denken waren Ordnung, Vaterland, Xenophobie und ein verschwörungstheoretisch aufgeladener Antikommunismus, der Spanien durch fremde Mächte bedroht sah. Der Autor beschreibt umsichtig und mit gebotener Vorsicht gegenüber den zahlreichen Mythen und Legenden, die sich um Francos Leben ranken, dessen Karriere, dessen Rolle im Bürgerkrieg sowie dessen anschließende, von ökonomischer Inkompetenz geprägte Dauerherrschaft. Wer sich auf angenehm knappem Raum, seriös und in zugänglicher Prosa über Franco und sein brutales Gewaltregime informieren möchte, dem ist das Buch sehr zu empfehlen.
Till Kössler, Franco. Der ewige Faschist. Eine Biografie. Verlag C. H. Beck, München 2025, 367 Seiten,
€ 28,–.





