Den stärksten Produktivitätsrückstand stellten die Forscher im Bundesland Sachsen-Anhalt fest. Dort wurden nur 60,5 Prozent des Westniveaus erreicht. Die Firmen in Sachsen-Anhalt produzierten im Jahr 1998 eine durchschnittliche Wertschöpfung von 92.000 Mark je Mitarbeiter. In den anderen neuen Bundesländern betrug sie pro Mitarbeiter 100.000 Mark, im Westen 152.000 Mark.
Die Produktivität ostdeutscher Betriebe ist auch zehn Jahre nach der Wende immer noch rund ein Drittel niedriger als im Westen. Die technische Ausstattung der Unternehmen hat dagegen inzwischen Westniveau erreicht. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) nach der Untersuchung von 1.300 Unternehmen der deutschen Investitionsgüterindustrie.
Wie die Forscher berichten, lässt sich etwa ein Drittel des Produktivitätsrückstands durch unterschiedliche Größen- und Branchenstrukturen, schwächer ausgelastete Kapazitäten und nicht kostendeckende Angebotspreise in den östlichen Bundesländern erklären. Der größte Teil sei aber darauf zurückzuführen, dass Organisations- und Personalfragen für ostdeutsche Betriebe deutlich weniger Bedeutung besäßen als für westdeutsche Firmen. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter, mit neuen technischen Lösungen und organisatorischen Konzepten produktiv umzugehen, sei nicht ausreichend entwickelt worden. Um die Produktivität zu steigern, fordern die Wissenschaftler daher dringend eine konsequente Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten, sowie organisatorische Neuerungen.
Almut Bruschke-Reimer





