Neue Funde im Norden Guatemalas legen die Vermutung nahe, dass die Hochkultur der Maya vordatiert werden muss. Der italienische Archäologe Francisco Estrada-Belli von der amerikanischen Vanderbilt University in Nashville hat in der alten Maya-Siedlung Cival zwei fünf mal drei Meter große Masken aus Stuck entdeckt, die ungefähr 150 v. Chr. hergestellt wurden und Götter mit Fangzähnen darstellen. Außerdem fand er kunstvoll gestaltete Ritualgegenstände wie Opferschalen und Äxte aus Jade, die sogar noch 350 Jahre älter sind. Bisher waren solche Gegenstände nur aus der so genannten klassischen Zeit der Maya von etwa 300 bis 900 n.Chr. bekannt. Die Zeit vor 300 n. Chr. bezeichnen Wissenschaftler als Vorklassik. Für Estrada-Belli ist das nicht mehr haltbar: „Die jetzigen Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Kulturen der vorklassischen und der später lebenden Maya nahezu gleichwertig waren.”





