Misra und ihre Kollegen untersuchten die Daten von 735 einkommensschwachen afro-amerikanischen Frauen, die ein Kind geboren haben. Sie befragten die Frauen nach der Geburt und glichen diese Daten mit den medizinischen Daten zum Verlauf der Schwangerschaft der jeweiligen Frau ab.
Dabei zeigte sich, dass “Armut” nicht gleich “Armut” ist, sondern vielerlei Facetten aufweisen kann. Insbesondere stellte sich heraus, dass es nicht die absoluten Lebensnotwendigkeiten wie Obdach und Heizung sind, die Einfluss auf eine Risiko-Schwangerschaft haben, sondern eher das von der Reproduktionsmedizin wenig beachtete alltägliche Sozialleben. Schwangere Frauen, die weder Zeit noch Geld haben, um mit ihren Freunden essen zu gehen, ins Kino zu gehen oder einfach ihre äußere Erscheinung zu pflegen, erhöhen ihr Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden, um das Dreifache.
Bisherige Forschungen haben zwar auch soziale Faktoren einbezogen, aber zum einen waren die beobachteten Frauen meist weiße Mittelschicht-Frauen und zum anderen hatte man als soziale Faktoren nur so etwas wie Stress oder Depressionen betrachtet.





