Mit atemberaubender Geschwindigkeit jagt in dem Hollywood-Streifen „Jurassic Park” ein blutrünstiger Tyrannosaurier hinter den Filmhelden her. In Wirklichkeit aber waren die bis zu sechs Tonnen schweren Urzeit-Raubtiere recht langsame Gesellen, sagen John Hutchison und Mariano Garcia von der University of California in Berkeley. Die beiden Biologen entwickelten ein biomechanisches Modell, um herauszufinden, welche Muskelmasse ein Tier mindestens benötigt, um auf zwei Beinen rennen zu können. Entscheidend dafür sind die Größe, das Gewicht und die Körperhaltung. Dabei wächst der Anteil der nötigen Masse der Beinmuskeln an der gesamten Körpermasse mit dem Gewicht des Tieres. Ein Tyrannosaurus hätte nach den Rechnungen der Forscher zum Rennen fast seine halbe Körpermasse in jedem Bein als Muskelgewebe besitzen müssen – ein unmöglich großer Wert. Als Höchstgeschwindigkeit der Echsen errechneten Hutchison und Garcia etwa fünf Meter pro Sekunde – das entspricht der Hälfte dessen, was ein Elefant oder ein Mensch bei einem Sprint erreichen kann.
Hans Groth





