Vor sieben Jahren sorgte unter Zoologen eine Nachricht für Aufsehen: Italienische Wissenschaftler behaupteten, in Pompeji eine bisher unbekannte Pferderasse entdeckt zu haben. Sie hatten in einem antiken römischen Haus – dem „Casa dei Casti Amanti” – fünf Skelette aus der Familie der Pferdeartigen gefunden. Vulkanasche, die Pompeji 79 n.Chr. nach dem Ausbruch des Vesuv unter sich begrub, hatte die Knochen konserviert. DNA- Analysen ergaben bei vier Skeletten typische Übereinstimmungen mit Pferde- Erbgut. Die Forscher konnten die DNA der Überreste des fünften Tieres zwar auch den Pferdeartigen zuordnen, doch nicht genau identifizieren. Daher meinten sie, auf eine neue Art gestoßen zu sein.
Ein Irrtum, sagt jetzt ein deutsch-britisches Team um Susan Gurney von der Universität Münster. Der vermeintliche Sensationsfund stamme ganz einfach von einem Esel. Gurney hatte die DNA noch einmal genauer untersucht und festgestellt, dass bei der ersten Gen-Analyse nicht sorgfältig gearbeitet worden war. Bei der DNA der „unbekannten Rasse” handelt es sich demnach vielmehr um eine „Hybrid-DNA” aus Pferd und Esel. „Ursprünglich waren es offenbar zwei DNA-Stränge”, sagt Gurney. Sie geht davon aus, dass sich durch eine Unachtsamkeit bei der Ausgrabung oder durch einen Fehler im Labor das Erbgut des Esel-Skeletts mit dem eines Pferdes vermischt hat.





