Am Bonner „center of advanced european studies and research” (caesar) wird das Gesicht einer rund 2000 Jahre alten Moorleiche mit modernsten Methoden rekonstruiert. Das internationale Forschungszentrum arbeitet dabei mit dem Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg zusammen. Das Museum ist im Besitz einer Moorleiche, die 1936 im niedersächsischen Husbäke entdeckt wurde. Es handelt sich um einen etwa 20 Jahre alten Mann aus der Römerzeit, der vermutlich verunglückte. Die Wissenschaftler um Hermann Seitz und Carsten Tille machen zunächst Computertomographie- Aufnahmen des Kopfes, die Schicht für Schicht ein genaues Abbild der Schädelknochen zeigen. Diese Daten werden für das so genannte Rapid-Prototyping verwendet – ein Verfahren, das unter anderem im Automobilbau eingesetzt wird, um schnell Modelle aus dreidimensionalen Datensätzen herzustellen. Bei „caesar” soll die Rapid-Prototyping-Anlage ein Kunststoff-Modell des Schädels anfertigen. Außerdem wird der Kopf mit holographischen Methoden vermessen, damit schließlich ein 3D-Computermodell der Gesichtszüge entsteht.
Hans Groth





