Die Wissenschaftler teilten die isolierten Bakterien entsprechend ihrem Erbgut in vier Populationen auf, die sie nach ihrer Herkunft hpAfrica1, hpAfrica2, hpEastAsia und hpEurope nannten. Außerdem konnten sie fünf “Ahnengruppen” der Bakterien definieren. Im Laufe der Zeit ändert sich das Erbgut von Helicobacter pylori stärker als bei den meisten Bakterien. Durch diese genetischen Unterschiede konnten die Wissenschaftler die Herkunft der verschiedenen Bakterien mit Hilfe eines Computerprogramms berechnen. Dies stimmte mit den geschichtlichen Daten über die Wanderung bestimmter Völker überein. Damit zeichneten die Forscher Bewegungen wie die Kolonisation von Polynesien oder den Sklavenhandel nach.
Die Mikrobiologen isolierten beispielsweise Bakterien der Gruppe hpEastAsia aus nordamerikanischen Eingeborenen. Diese Bakterien wurden vor 12.000 Jahren bei der Kolonisation Amerikas aus Asien eingeschleppt. In Afrika sind sich Menschen, die Sprachen der Länder Niger oder Kongo sprechen, und Menschen aus Südafrika genetisch sehr ähnlich, weil Bantu aus Zentralafrika in den Süden wanderten. Dementsprechend sind auch die isolierten Bakterien der Untergruppen hspWAfrica und hspSAfrica genetisch sehr ähnlich. Mit dieser Methode könnten auch bisher ungeklärte Wanderungen aufgedeckt werden, hoffen die Forscher.





