Menschen in den Anden und im Tibet haben sich verschieden an die dünne Luft in 3.000 Meter Höhe angepasst. Während Andenbewohner den Sauerstoff im Blut hocheffizient transportieren, atmen Hochlandtibeter einfach schneller. Das gab Cynthia Bell von der Case Western Reserve Universität in Ohio am Kongress der “Amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft” in San Francisco bekannt.
Flachländer kommen in 3000 Meter Höhe ins Keuchen. Indianer in den Anden dagegen atmen auch in der dünnen Luft gemächlich. Ihr Blut trägt hohe Mengen am Eiweiß Hämoglobin und transportiert so den Sauerstoff effizient zu den Organen.
Tibeter atmen dagegen so schnell wie Flachländer in der Höhe, fand Bell bei ihren Studien. Auch ihre Hämoglobin-Werte unterscheiden sich nicht etwa von Deutschen aus dem Ruhrgebiet. Haben sich die Hochland-Tibeter also nicht an das Leben in der Höhe angepasst? Doch, sagt Bell. Tibeter erbringen in der dünnen Luft die gleiche Leistung wie Menschen aus den Anden. Flachländer dagegen machen da oben erstmal schlapp.
Bell hofft, dass die Ergebnisse ihrer Studie dabei helfen, Therapien für die Höhenkrankheit oder gegen den Sauerstoffmangel von Herzkranken zu entwickeln.
Marcel Falk