Das Universum war für das Lebens der Dogon äußerst wichtig. So erkannten sie in jahrelangen Beobachtungen die Zusammenhänge zwischen der Bewegung von Mond, Sonne und Sternen und den jahreszeitlichen Wechseln in der Natur, wie den Wanderungen der Tiere und dem Wachstum und Vergehen der Pflanzenwelt. Sie entwickelten daraus einen Kalender für ihre sozialen oder rituellen Praktiken. Der Kalender diente ihnen zudem dazu, zur rechten Zeit die Aussaht auszubringen und die Ernte einzuholen.
Geleitet wurde die Gemeinschaft der Dogon von einem Hogon, dem Astronomie-Priester. Dieser gehörte zur achten Klasse, die in der Dogongemeinschaft die Vorfahren symbolisierte. Jedes Dorf hatte acht alte Männer, die die Vorfahren repräsentierten und das Wissen um die Schöpfung und das Jenseits inne hatten. Im Glauben der Dogon war die Bewegung ihrer Seelen in völligem Einklang mit dem Rhythmus der Pflanzen, die sie anbauten. Die acht Alten symbolisierten das ganze kultivierte Land, weshalb auch die Ländereien der Dogon alle Menschengestalt hatten, wie Untersuchungen ergaben.
Der Hogon leitete auch die Rituale und kontrollierte im Glauben der Menschen auch den kosmischen Rhythmus der Gestirne. Er war verantwortlich für einen präzisen Kalender, weshalb er auch viel Zeit darauf verwendete die Sterne zu beobachten. Aus dem Auf- und Abstieg bestimmter Sterngruppen und Konstellationen errechnete er den Kalender. Das Auf und Ab der Sterne (vor allem Sirius) fiel mit dem Beginn und dem Ende der Jahreszeiten zusammen und veranlasste die Dogon zu ihren Riten zum Jahreszeitenwechsel.
Die Dogon leben im Süden Malis und im Norden Burkina Fasos. Inzwischen gibt es bei den Dogon keine Sterngucker (Hogon) mehr, auch sagt Sirius nicht mehr die Feste voraus, da diese nicht mehr existieren.
Birgit Stöcklhuber





