Dr. Sebastian Rojek
Im 13. Jahrhundert war Europa nahezu vollständig christianisiert. Wie konnte es einer kleinen Sekte gelingen, innerhalb von einigen Jahrhunderten zu einer kulturprägenden Weltmacht aufzusteigen? Der renommierte, in London lehrende Historiker Peter Heather, ausgewiesener Experte für die Geschichte der Spätantike, zeichnet in seinem monumentalen Panorama die Geschichte des Christentums seit dem 4. Jahrhundert nach.
Seine Darstellung zeigt dabei, dass es neben kulturellen vor allem machtpolitische Faktoren waren, die die Christianisierung vorantrieben. Hierbei waren es vor allem die jeweiligen sozialen Eliten, die sich von der Ausweitung des Christentums Vorteile versprachen und dabei auch vor Zwang und Gewalt nicht zurückschreckten. Überhaupt konvertierten, darauf weist Heather mehrfach hin, zuerst die Eliten zu der neuen Religion, die sich im Laufe des hier untersuchten Jahrtausends auch noch permanent wandelte, was wiederum ihren Erfolg bedingte.
Wer sich von dem Umfang des dickleibigen Werkes nicht abschrecken lässt, der erhält eine spannende Darstellung von 1000 Jahren europäischer Geschichte und wird besser verstehen, wie es kam, dass Europa schließlich im Zeichen des Kreuzes stand – mit Folgewirkungen bis heute.
Peter Heather, Christentum. Aufstieg und Triumph einer Religion. Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2025, 799 Seiten, € 42,–.





