Auf dieser Grundlage berechneten die Soziologen die durchschnittliche Anzahl der notwendigen Weiterleitungen und bestätigten das “Kleine-Welt-Phänomen”, das in den 1960er Jahren noch auf klassisch postalischem Wege untersucht wurde. “Six degrees of separation” gilt seitdem als höchstwahrscheinlicher Maßstab für die gegenseitige Verknüpfung der Erdenbürger.
Neben rein statistisch, mathematischen Erkenntnissen gewannen die Forscher auch Einblick in das E-Mail-Kommunikationsverhalten der Teilnehmer. So wählten die E-Mail-Weiterleiter aus freien Stücken den jeweils nächsten Adressaten. Einziges Kriterium sollte bei ihnen die Vermutung sein, dass der Adressat der jeweiligen Zielperson näher sein könnte als sie selbst.
Zu über Zweidritteln wählten die Teilnehmer Adressaten aus dem Freundeskreis aus, Verwandte und Kollegen spielten mit jeweils rund 10 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Die Qualität der Beziehungen verteilte sich dabei relativ gleichmäßig auf “sehr eng”, “eng”, “mäßig eng” und “locker”. Frauen schickten ihre Mails mit 61 Prozent bevorzugt an Frauen, und Männer ebenfalls mit 57 Prozent lieber an Gleichgeschlechtliche weiter.
Einen Einwand an der Beweisführung der “Six degrees of separation” kann jedoch auch dieses Experiment nicht entkräften. An dem Versuch konnten selbstverständlich nur Personen mit einer E-Mail-Adresse und Internetzugang teilnehmen. Doch trotz der globalen Verbreitung dieses Kommunikationssystems verfügt tatsächlich nur ein Bruchteil der insgesamt über sechs Milliarden Erdenbürger über einen elektronischen Briefkasten.
So beschränkt sich die Gültigkeit dieses Theorems für skeptische Wissenschaftler auf die Bevölkerung mit ansatzweise guter Infrastruktur. Über wieviele Ecken alle Menschen, einschließlich dem Reisbauern in der chinesischen Provinz oder dem Kind in einem südsudanesischen Dorf, miteinander bekannt sind, bleibt weiterhin eher offen.





