Läuft man durch die Gegend rund ums Züblinparkhaus, wird schnell klar: Das Altstadtviertel kann Zuwendung gebrauchen und der Abriss des Parkhauses könnte genau das ermöglichen. Konkret: Das Leonhardviertel sollte wieder in besserem Licht erscheinen. Denn momentan leuchten dort vor allem rote Lampen. Illegale Prostitution ist schon lange ein Problem in Teilen des Bezirks, und macht auch die restliche Gegend unattraktiv. Außerdem liegt die Hauptstätter Straße direkt an den Ausläufern des Viertels. Die mehrspurige Strecke ist Teil der stark befahrenen Bundesstraße 14. Entsprechend laut donnern die Autos hier vorbei.
Diese und weitere Aspekte haben die Schüler bei ihrem Projekt bedacht. Lärmschutzmauern sollen die Anwohner vor dem Verkehrskrach bewahren. Es soll Freizeitanlagen geben, die aber nur die Bewohner nutzen dürfen. Sonst könnten sie schnell “zweckentfremdet” werden. Für ihre Ideen haben sich die Schüler Hilfe bei den Profis geholt, genauer gesagt bei Stadtplanungstheoretikern.
Geographielehrer Serjosha Hoppe hat mit den Schülern die Theorien der nachhaltigen Städteplanung durchgenommen. Und die haben sie gleich in die Praxis umgesetzt. Als erstes brachten die Schüler ihre Ideen zu Papier, anschließend ging es daran, Grund- und Aufrisse zu zeichnen. Bei einem Besuch im Stadtlabor setzte die Jugendlichen dann ihre Konzepte um: in sechs Styropormodelle, die im Detail nachhaltige Wohnraumplanung auf der Fläche des Züblinparkhauses zeigen.
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Bei ihrer Planung haben die Schüler immer die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales und Wirtschaft – im Blick behalten. Die Gebäude haben große Fensterflächen, um die Sonnenenergie optimal zu nutzen. Statt dicht betonierten Böden sollen Pflastersteine dafür sorgen, dass das Regenwasser abfließen kann. Und über Geothermie und Fotovoltaik soll das Wohngebiet mit Strom und Wärme versorgt werden.
Um die Fläche optimal zu nutzen, spielen zudem die Dächer eine zentrale Rolle in der Planung: Auf den Flachdächern sollen beispielsweise Gärten entstehen. Auch Fußballkäfige und andere Freizeitangebote sind vorstellbar. Über begrünte Brücken könnten alle Gebäude miteinander verbunden sein.

Besonders wichtig war der Klasse das Zusammenleben der zukünftigen Bewohner. Empathie unter Mitmenschen hieß das Motto: Eine Gebäudeeinheit auf dem Gelände soll barrierefrei sein und für ältere Bürger soll es eine zentrale Einkaufsmöglichkeit geben. Und einen sozialen Schmelztiegel soll es auch geben: ein Café für die Anwohner.






