Der Kanzler begründe die Entscheidung mit der starken Verunsicherung der Verbraucher durch die BSE-Krise und mit der eingeleiteten Neuorientierung der Agrarpolitik. “Ausgelöst durch die BSE-Problematik hat in unserer Gesellschaft ein Prozess des Umdenkens über die Grundlagen und Bedingungen der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt”, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Die Bundesregierung sei der Auffassung, “dass nur durch eine konsequente, verbraucherorientierte Neuausrichtung der Agrarpolitik das Vertrauen der Bürger in die Lebensmittelproduktion wieder hergestellt werden kann.” An dieser Neuausrichtung arbeite die Regierung “intensiv”.
“Diese Zeit sollten wir nutzen, um zu überdenken, ob und wie sich die gemeinsame Initiative zur Grünen Gentechnik in eine verbraucherorientierte Neuausrichtung der Agrarpolitik einfügen könnte”, heißt es weiter. Deshalb wolle die Regierung “von unseren Bemühungen um die kurzfristige Erstellung eines Verständigungspapiers zur Zeit Abstand nehmen”.
Ursprünglich sollte schon am Donnerstag bei einem Treffen im Kanzleramt das für drei Jahre angelegte gemeinsame Forschungs- und Beobachtungsprogramm besiegelt werden, berichtet die Zeitung. Auf Testflächen sollten Wissenschaftler vom Frühjahr an genmanipulierten Mais anbauen und seine Umweltwirkung erkunden. Parallel war geplant, dass Wirtschaft, Umweltschützer, Forscher und Politiker einen gesellschaftlichen Konsens erzielen.
dpa





