Nicht Gold ? wie es in der Sage heißt ?, sondern Berge von Fleisch waren das Verderben des König Midas. Zumindest seinem Grab haben die Fleischmassen, die der König zu Lebzeiten vertilgt hat, nachhaltig geschadet. Zu diesem Schluss kommt ein Archäologenteam aus Washington DC, das die Grabstätte des antiken Herrschers in der heutigen Türkei genauer untersucht hat. Ihre Ergebnisse haben sie in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht.
Timothy Filley und seine Kollegen vom
Carnegie Institute haben das Grab des phrygischen Königs aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., das bereits vor 44 Jahren in der Türkei entdeckt wurde, genauer untersucht. Dabei fiel ihnen auf, das es in einem ungewöhnlich weit fortgeschrittenen Stadium der Verrottung ist.
Fast das ganze Grab, das aus haltbarem Zedernholz besteht, ist von winzigen Hohlräumen durchzogen, die durch eine bestimmte Pilzart verursacht werden. Je näher das Holz an den sterblichen Überresten ist, desto stärker ist es verrottet.
Die Forscher gehen davon aus, dass der hohe Stickstoff-Gehalt des Fleisches, das der König verzehrt hatte, die Vermehrung des Pilzes begünstigt hat. Denn in dem Sarg fanden sich Spuren des Stickstoff-Isotopes N15. Dies kommt nur bei Tieren am Ende der Nahrungsmittelkette vor. “Der durchschnittliche Fleischkonsum von König Midas muss deutlich über dem eines heutigen Amerikaners gelegen haben”, schließt Filley.
Die Sage von König Midas in der Nacherzählung von Gustav Schwab im Internet.
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Doris Marszk